TV Merchweiler unterliegt der SGH St. Ingbert knapp mit 30:31

Handball-Saarlandliga : Denk ist trotz Niederlage „megastolz“

Handball-Saarlandligist TV Merchweiler hält das Spiel gegen die SGH St. Ingbert trotz großer Personalprobleme bis zur Schluss-Sirene offen – unterliegt aber mit 30:31. Auch elf Tore von Thorsten Dillbaum halfen nicht.

Thorsten Dillbaum fasst sich ein Herz. Trotz knapp zwölf Metern Torentfernung steigt der 34-Jährige hoch und peitscht den rund 450 Gramm schweren Handball mit seinem linken Arm und der Präzision eines Scharfschützen in den linken, oberen Torwinkel. Mit einem Klatschen schlägt der Ball an der Innenseite des rot-weiß-lackierten Aluminium-Pfostens ein. Julien Santarini im Tor der SGH St. Ingbert hat überhaupt keine Chance, kann dem Spielgerät nur noch hinterherschauen, es anschließend aus dem Netz angeln. Warum Dillbaum sich zwei Minuten vor der Schluss-Sirene so einen Sonntagswurf nimmt? Ganz einfach. Weil die Situation es erfordert.

Saarlandligist TV Merchweiler hat am Sonntagabend die SGH St. Ingbert zu Gast in der heimischen Allenfeldhalle und lässt sich gleich zu Beginn von deren Rückraumschützen Michael Bauer abschießen. Bauer erzielte bis zum 5:8 aus Sicht der Gastgeber fünf Tore – am Ende waren es zehn, die nur Dillbaum auf Seiten des TVM (11/4) toppen konnte. „Wir bekamen ihn zu keinem Zeitpunkt in den Griff“, bestätigte TVM-Trainer Jonas Denk. „Ich denke, dass wir viel mehr Kraft verbraucht haben als St. Ingbert. Sie haben teilweise nach schneller Mitte und zwei, drei Pässen ein Tor geworfen. Das hat sie nicht so viel Kraft gekostet wie uns. Wir haben immer in die Zweikämpfe gehen müssen“, ergänzte der elffache Torschütze Dillbaum. Dennoch hielt Merchweiler, bei denen Rückraumspieler Lars Schlicker permanent durch eine Manndeckung aus dem Spiel genommen wurde, über fast 60 Minuten den Anschluss. Auch, weil die SGH den Hausherren den Gefallen tat und alle ihre vier Strafwürfe vergab. Die Führung blieb dennoch fast die gesamte Spielzeit, meist mit ein, zwei Toren, (7:8, 14:16, 20:21) bei den Gästen. Das einzige Mal, das die Panther vorne lagen (24:23, 52. Minute), war nur von kurzer Dauer. St. Ingbert zog wieder davon. Dann schlug Dillbaums „Strahl“ im Winkel ein. Die Hoffnung keimte nach dessen Treffer zum 28:31 nochmal auf und entwickelte sich weiter, als Florian Westrich mit einem Unterarm-Wurf 30 Sekunden vor Schluss den 30:31-Anschluss erzielte. Doch dabei blieb es. Zu spät kam das finale Aufbäumen, zu oft hatte Merchweiler schon vorher seine Chancen vergeben. „Bei ‘nem Spiel, das mit einem Tor verloren geht, entscheiden Kleinigkeiten. Julien (SGH-Torwart Julien Santarini Anm.d. Red.) hat eine super Leistung gezeigt und wir zu viele freie Würfe verballert“, führte Denk an. Er ergänzte aber: „Ich bin trotzdem megastolz auf meine Jungs. Was sie in den letzten Wochen sowohl im Training als auch in den Spielen liefern, ist sehr beeindruckend bezogen auf das wenige Personal, was derzeit zur Verfügung steht.“ Gewichen war die Enttäuschung nach dem Spiel trotzdem nicht: „Es wäre schön gewesen, wenn wir uns für unsere kämpferische Leistung auch belohnt hätten“, haderte Dillbaum.

Der TV Merchweiler hat in der Tabelle einen Platz verloren und ist mit 18:20 Punkten Neunter. Lokal-Rivale HF Illtal II, der sich mitten im Abstiegskampf befindet, ist weiter Zwölfter (10:26) und damit Drittletzter. Die Handballfreunde verloren am Samstagabend 22:33 (13:15) in der Sporthalle Marpingen gegen die HSG Nordsaar. Merchweiler muss am Samstag um 18.30 Uhr im schweren Auswärtsspiel beim Ligaprimus TV Homburg ran. Illtal II gastiert zur gleichen Zeit im Kellerduell beim Schlusslicht SG Ommersheim-Assweiler.

TVM-Tore: Thorsten Dillbaum (11/4), Alexander Wolfram (8), Florian Westrich (4), Tobias Ranft, Lars Schlicker (je 3), Tom Schlicker (1)
HFI II-Tore: Till Pankuweit (8), Nils Groß, Johannes Zeyer, Marius Mierau (je 3), Florian Stumpf (2), Sebastian Blatt (1).