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TV Holz bleibt nach Saisonabbruch in 2. Liga Süd im Volleyball

2. Volleyball-Liga : Der TV Holz steht vor einem Umbruch

Der Volleyball-Zweitligist hat nach dem Saisonabbruch den Ligaverbleib sicher. Nun sucht er neue Trainer.

Auch die Sportwelt steht wegen der Corona-Pandemie still. Im Fußball, im Handball, im Volleyball. Überall. Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat beschlossen, die Zweitliga-Saison nicht zu werten. Für den abstiegsbedrohten Zweitligisten TV Holz bedeutet der Beschluss, dass er den Klassenverbleib sicher hat. Wie geht es jetzt weiter?

So viel vorweg: Es tut sich eine Menge. Wer sich auf der Internetseite des Zweitligisten umschaut, wird eine Ausschreibung für die Position des hauptamtlichen Trainers finden. Die Position, die derzeit vom 30 Jahre alten Patrick Fielker bekleidet wird. Das Trainerduo des TV Holz komplettiert der in der Funktion gleichgestellte Ralf Dodler. Der 48-Jährige ist aber nicht wie Fielker hauptamtlich angestellt. Auch für seine Funktion schaut sich der Club um.

Was hat es mit diesen Ausschreibungen auf sich? „Patrick ist jetzt vier Jahre hier. Er ist der erste, hauptamtliche Trainer des TV Holz. Er hat ein Förderungs- und Jugendtrainingskonzept etabliert und darüber hinaus die Verantwortung für die erste Mannschaft übernommen und sie mit Ralf aus der 3. in die 2. Liga geführt“, sagt Geschäftsführer Philipp Grau: „Wir möchten mit beiden weiterarbeiten, weil wir sehr zufrieden sind. Aber bei Patrick ist es verständlich, wenn er den nächsten Schritt gehen möchte. Und Ralf ist Unternehmer, er hat einen großen beruflichen Aufwand.“ Der Zeitaufwand in der 2. Volleyball-Bundesliga sei sehr hoch. Dodler wisse noch nicht, wie er weitermachen werde.

Patrick Fielker. Foto: Georg Kunz

Mit diesem Stand gehen die Betroffenen offen um. „Der Verein schaut sich in alle Richtungen um. Wir fahren gerade verschiedene Modelle“, betont Fielker. Der 30-Jährige bestätigt, dass er sich deutschlandweit nach Ausschreibungen umschaue. Ihn reize der absolute Spitzensport. Grau erklärt: „Es sind wirklich gute Bewerbungen aus dem In- und Ausland bei uns eingegangen. Es zeigt, dass das Konzept, für das wir stehen, im Volleyball bekannt ist.“

Immerhin kann der TV Holz derzeit planen. Denn die aktuelle Lage treffe den „am Leistungssport orientierten Amateurverein“, wie Grau seinen Club nennt, nicht so stark wie Profi-Mannschaften. Auch wenn sich beim TV Holz gewisse Dinge nicht vermeiden lassen. „Aufgrund des Ausfalls des kompletten Trainings- und Spielbetriebs haben wir für unsere hauptamtlichen Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt“, berichtet Grau. Davon unabhängig läuft die Kader-Planung für die neue Spielzeit.

„Am liebsten würde ich in die Halle“, sagt Fielker und lacht. Er muss sich die Zeit aktuell aber anders vertreiben. „Der Mannschaftsverantwortliche Steven Weber und ich haben Trainingspläne für Jugend- und Erwachsenen-Mannschaften erstellt. Ich bilde mich fort, schaue Videos. Und ich suche nach Spielerinnen“, berichtet Fielker. Denn was den Kader der neuen Spielzeit betrifft, kommt unter Umständen einiges auf den TV Holz zu. „Mit den Spielerinnen hatten wir erste Gespräche geführt. Es könnte einen größeren Umbruch geben. Im Raum steht, dass einige aufhören werden“, prognostiziert Fielker.

Ralf Dodler. Foto: Thomas Wieck

Konkret stehen vier Namen im Raum: Katharina von Oetinger (26, Mittelblock), Alica Zimmer (25, Außenangriff), Michelle Grandinetti (27, Libero) und Denise Linz (28, Außenangriff). Meist werden berufliche Entwicklungen die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Bei Spielführerin Linz (28), die in ihre zehnte Saison in Holz gehen würde, nicht. „Ich kann den Zeitaufwand mit meinen persönlichen Einsatzzeiten in der Saison nicht mehr rechtfertigen. Ich habe meine Aufgaben dann mehr im ‚Mentalcoaching‘, im Entwickeln der Spielerinnen gesucht. Aber das erfüllt meinen sportlichen Ehrgeiz nicht mehr“, sagt die Polizistin. Ein wenig wehmütig klagt Linz: „Ich finde es nur sehr, sehr schade, dass man mich mit dem Saisonabbruch um mein Abschiedsspiel gebracht hat.“

Geschäftsführer Grau will den Kader „punktuell mit neuen Spielerinnen verstärken“. Ansonsten gehe es für Holz darum, den Kern der Mannschaft zu etablieren. Zum Beispiel mit Julie Teso, die gehalten werden soll. Die 21-Jährige, die mit Katharina Hanke die Zuspiel-Position besetzt, sagt: „Momentan ist alles ein bisschen schwierig. Aber der Verein plant für die 2. Liga. Und das ist ein großer Faktor in der Entscheidung. Ich tendiere dazu, in Holz zu bleiben.“