1. Sport
  2. Saar-Sport

TV Bliesen: Rauschende Feier mit Wermutstropfen

Volleyball : Rauschende Feier mit Wermutstropfen

Die Volleyballer des TV Bliesen sind vorzeitig Meister der 3. Liga Süd. Trainer Sigmund verkündet Abschied am Saisonende.

Ein goldener Konfetti-Regen prasselte am Samstagabend um exakt 21.21 Uhr auf die Volleyballer des TV Bliesen nieder. Die lagen sich jubelnd in den Armen, während die 550 Zuschauer im bis auf den letzten Platz gefüllten St. Wendeler Sportzentrum dem neuen Meister der 3. Liga Süd mit stehenden Ovationen zujubelten.

Die Bliesener hatten soeben durch einen klaren 3:0-Heimsieg (25:21, 25:14, 25:20) gegen die TG Rüsselsheim II die letzten theoretischen Zweifel am Titelgewinn beseitigt – und konnten nach dem 14. Sieg im 16. Saisonspiel ausgelassen den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. „Die Freude ist groß. Ich bin wahnsinnig stolz“, erklärte Spielertrainer Philipp Sigmund: „Egal, wer diese Saison gespielt hat, alle haben immer eine super Leistung gezeigt. Da kann man als Trainer nicht meckern.“

Während der Übungsleiter diese Worte sprach, wurde Bliesens sportlicher Leiter Gerd Rauch von den feiernden Akteuren mit mehreren Sektduschen versehen. Nass, aber glücklich meinte der 53-Jährige: „Es ist total geil, dass wir das jetzt geschafft haben.“ Der sportliche Leiter ergänzte: „Man muss ja auch sehen, wo wir herkommen und welche Entwicklung wir genommen haben – ohne finanzielle Risiken einzugehen.“ Vor rund 20 Jahren spielte der TV Bliesen noch in der Bezirksliga. Danach ging es in kleinen Schritten immer weiter nach oben.

Durch die Meisterschaft in der 3. Liga ist Bliesen sportlich für die 2. Liga Süd qualifiziert. Ob der Verein dorthin auch aufsteigt, wird sich erst in einigen Wochen klären (die SZ berichtete). Um den Sprung in die höhere Liga wirtschaftlich stemmen zu können, benötigt der Verein 60 000 Euro an zusätzlichen Sponsorengeldern. Aktuell sind rund 35 000 Euro davon aufgetrieben.

Den Restbetrag müssten die Verantwortlichen bis April zusammenbekommen. Sollte dies gelingen, gäbe es von Vereinsseite „grünes Licht“ für den Aufstieg. Denn die organisatorischen Auflagen kann Bliesen erfüllen. Dies steht seit dem Vorlizenzierungs-Seminar des Verbandes in Berlin am vorletzten Wochenende fest. Ebenso hat der Großteil der Spieler signalisiert, dass er den Weg in die 2. Bundesliga mitgehen würde. Dies waren für den Verein zwei Grundvoraussetzungen, um einen Aufstieg anzustreben.

Klar ist auch, dass Bliesen kommende Saison einen neuen Trainer erhält: Amtsinhaber Sigmund wird nach der aktuellen Runde aufhören. Dies bestätigte der 26-Jährige am Samstag. „Ich mache im Rahmen meiner Doktorarbeit mit dem Deutschen Volleyball-Verband und dem Deutschen Leichtathletik-Verband eine große Erhebung zum Thema Förderung im Spitzensport. Die nimmt sehr viel Zeit in Anspruch“, berichtet der Übungsleiter: „Deshalb habe ich den Verein bereits im Januar informiert, dass ich als Trainer nicht weitermache, damit er genug Zeit hat, einen guten Nachfolger zu finden.“ Diese Suche scheint fast abgeschlossen zu sein. „Wir haben jemanden in Reichweite“, sagte Rauch, ohne einen Namen nennen zu wollen. Danach verabschiedete er sich zur Feier mit dem Team. Und dazu war viel Kondition nötig.