| 23:07 Uhr

Turnen
Turner stehen im EM-Finale

Glasgow. Deutsche müssen als Dritter zittern. Ex-Europameister Nguyen stürzt am Barren. sid

(sid) Erleichterung bei den deutschen Kunstturnern, aber Verärgerung bei Marcel Nguyen: Während sich das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) mit Rang drei gestern Abend trotz Schwächen am Reck für das EM-Teamfinale am Samstag (14 Uhr) qualifizierte, musste der Unterhachinger in Glasgow seine Hoffnungen auf seinen dritten EM-Titel am Barren begraben. Nach einer bis zum Abgang sehr exakten Übung musste der 30-Jährige seinen Tsukahara mit der Hand abstützen. Mit einer abwinkenden Handbewegung verließ der Olympia-Zweite von London 2012 enttäuscht das Podium. Für Nguyen sprang allerdings Nils Dunkel in die Bresche, der Erfurter erreichte quasi als Ersatzmann das Finale.


Hart traf es auch Andreas Bretschneider. Der Chemnitzer Reckspezialist, vor drei Jahren in Glasgow WM-Fünfter, verlor am Königsgerät seinen Rhythmus und wird im Finale an diesem Gerät ebenfalls nicht dabei sein. Nguyen rutschte zwar noch in die Endkämpfe an den Ringen und am Boden, dürfte dort jedoch gegen die absoluten Spezialisten nur geringe Medaillenchancen besitzen. Am Reck kam der 30-Jährige zwar ohne Sturz durch, doch dafür fiel dort der Hannoveraner Andreas Toba vom Gerät und leitete damit eine Zitterphase für die Deutschen ein. Nach Patzern am Barren und am Reck wurde es noch einmal eng. Erst am Pauschenpferd wurde die Qualifikation endgültig unter Dach und Fach gebracht.