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Turnen: TG Saar kämpft mit Neuzugang Florian Lindner beim SC Cottbus

Turner der TG Saar fahren nach Cottbus : Lindner ist noch unzufrieden mit sich

Nach dem Zittersieg in Singen will Turn-Bundesligist TG Saar in Cottbus die weiße Weste behalten – und Ringe-Spezialist Florian Lindner erstmals am Spezialgerät punkten.

Florian Lindner bereut seinen Wechsel nicht. Der Neuzugang der TG Saar fühlt sich beim Turn-Bundesligisten pudelwohl und will an diesem Samstag im Auswärtskampf beim SC Cottbus Vollgas geben. „Ich bin toll aufgenommen worden. Viele Teammitglieder kenne ich schon länger. Wir verstehen uns super“, schwärmt der 27 Jahre alte Chemnitzer von der guten Chemie.

Sportlich läuft es für die Saarländer auch nicht schlecht. Nach den Siegen gegen die Aufsteiger TSV Pfuhl und StTV Singen belegt die TG Saar in der Deutschen Turnliga (DTL) hinter dem KTV Straubenhardt Rang zwei. Lindners Mannschaft ist also auf Finalkurs. Trotzdem stimmt etwas nicht. „Mit meiner eigenen Leistung bin ich nicht zufrieden, weil ich an den Ringen zweimal gepatzt habe. Hier sollte ich die Riege eigentlich unterstützen“, grübelt er.

Dass er es draufhat, bewies der neue Mann, der vom Zweitligisten TSV Monheim kam, 2017 in Berlin. „Ich habe bei den deutschen Meisterschaften Silber gewonnen und nur knapp den Titel verpasst“, blickt er zurück. Seit Jahren versuche er, sich am Spezialgerät national ganz nach oben zu turnen. Die Goldmedaille bei einer DM sei sein Traum. „Zwei- oder dreimal versuche ich es noch. Mal schauen, ob es klappt“, sagt Lindner.

Die Vorbereitung auf das dritte Bundesliga-Duell hat aber derzeit oberste Priorität. Diesmal muss es klappen. „Ich weiß, dass ich an den Ringen deutlich mehr kann, und ich werde es noch zeigen“, verspricht Lindner. Problemkind Ringe: Die Schwächen am dritten Gerät kosteten die TG Saar früher wichtige Punkte und in engen Duellen den Sieg. Mit der Verpflichtung eines Spezialisten wollte der dreifache deutsche Meister die Defizite beheben. Bislang klappte das nicht.

Thorsten Michels sieht Lindners Anlaufschwierigkeiten weniger dramatisch. „Florian hatte Pech. Vielleicht setzt er sich zu sehr unter Druck. Am Samstag wird er abliefern – ganz bestimmt“, sagt der TG-Saar-Vorsitzende und prophezeit: „In der zweiten Saisonhälfte wird Florian wichtig für uns werden. Ich bin froh, ihn im Team zu haben.“

Gut lief es für Lindner beim 41:33-Zittersieg in Singen am Sprung und am Barren. „Hier habe ich solide Leistungen gezeigt und konnte Selbstvertrauen tanken“, sagt er. Ähnlich wie bei ihm sei auch die Team-Leistung ausbaufähig. So viele Fehler wie in Singen dürfe man sich beim Tabellendritten nicht leisten. „Cottbus ist ein anderes Kaliber. Wenn wir diesmal stabiler turnen, sollten wir aber gewinnen“, hofft Florian Lindner auf einen Erfolg beim Rekordmeister. Auf dem Weg ins angepeilte Titel-Finale wäre es ein großer Schritt.