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Turbo-Tor von Podolski beim Debütanten-Ball

Turbo-Tor von Podolski beim Debütanten-Ball

Lukas Podolski schrieb mit dem Treffer zum 1:0 gegen Ecuador Länderspiel-Geschichte und traf noch ein weiteres Mal. An der Kritik von Team-Manager Oliver Bierhoff habe das aber nicht gelegen, versicherte er.

Sein Blitz-Einschlag ins Geschichtsbuch des deutschen Fußballs machte Lukas Podolski wieder froh. Nachdem er vor den Augen seiner Frau Monika und seines Sohnes Louis nach acht Sekunden das schnellste Tor der deutschen Länderspiel-Historie erzielt hatte, trat er mit einem breiten Grinsen aus den Katakomben, um den Hals trug er einen Schal "seines" 1. FC Köln. Doch eines hatte er noch auf dem Herzen: Er wollte Oliver Bierhoff einen Seitenhieb verpassen.

Dessen Aussagen über ihn ("Ein Jahr des Stillstands") wollte der 27-Jährige nicht akzeptieren. Und anscheinend wollte er nach seinem Doppelpack beim 4:2 (4:1) gegen Ecuador in Boca Raton verhindern, dass sein Kritiker nun für eine erfolgreiche Sondermotivation gefeiert wird. "Jeder darf Kritik äußern, das gehört dazu. Aber wichtig ist, dass sie von Personen kommt, die täglich mit mir arbeiten - wie den Trainern", sagte "Poldi". Im Klartext: Team-Manager Bierhoff habe die Kritik nicht zugestanden.

An den Worten des Managers habe es aber nicht gelegen, dass er schon nach acht Sekunden traf. "Man muss mich nicht anstacheln", sagte Podolski ein bisschen trotzig. Mit seinem 109. Länderspiel ist er jetzt Dritter hinter Lothar Matthäus (150) und Miroslav Klose (126) unter den Rekordspielern und verdrängte mit seinem 45. und 46. Tor Karl-Heinz Rummenigge von Rang sechs bei den Schützen.

Bundestrainer Joachim Löw war vom Spektakel seiner Rumpftruppe gegen den Weltranglisten-Zehnten Ecuador begeistert. "Es war ein Super-Testspiel", sagte der Bundestrainer nach dem gelungenen Auftakt der so umstrittenen USA-Reise. "In der ersten Halbzeit haben wir sehr stark und überragend Fußball gespielt, absolut klasse."

Ein Jahr vor der WM in Brasilien ist die Auswahl an Spielern für Löw so groß wie wohl noch nie zuvor in der DFB-Historie. Nach Podolskis Hochgeschwindigkeits-Tor ließ der starke Lars Bender bereits in der vierten Minute das 2:0 folgen. Nachdem erneut Podolski (17.) und Bender (24.) nachgelegt hatten, rieben sich die 5000 Zuschauer im Stadion von Boca Raton verwundert die Augen. "Wir wurden Opfer des extrem effizienten Spiels", sagte Ecuadors Trainer Reinaldo Rueda niedergeschlagen.

"Die Jungs, die neu dabei sind, haben Qualität und einen guten Charakter", lobte Podolski. Einer der Gewinner war Max Kruse. Der künftige Gladbacher sei "extrem viel unterwegs gewesen", sagte der Bundestrainer. Auch Sidney Sam habe "einige gute Aktionen" gehabt, "ich habe schon einige Erkenntnisse gewonnen." Auch Nicolai Müller (Mainz) und der Saarländer Philipp Wollscheid (Bayer Leverkusen) wurden eingesetzt, wenn auch nur wenige Sekunden. Sie erhalten vermutlich am Sonntag (20.30 Uhr) gegen die USA eine neue Bewährungschance.

Zum Thema:

HintergrundTeam-Manager Oliver Bierhoff denkt über einen Abschied vom DFB nach. "Ich werde mir in den kommenden Wochen Gedanken machen, wo ich für mich den Reiz sehe", sagte Bierhoff, der seit 2004 Team-Manager ist und noch einen Vertrag bis nach der WM 2014 hat. Er führe derzeit keine konkreten Gespräche mit potenziellen anderen Arbeitgebern, brachte jedoch einen Wechsel in die Bundesliga ins Gespräch: "Bei einem Bundesligisten hast du direkteres Feedback, Tagesaktualität. Das hat natürlich seine Reize." sid