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Tuchel spürt bereits „Druck auf dem Kessel“

Tuchel spürt bereits „Druck auf dem Kessel“

Für Thomas Tuchel wird es heute ernst. Dortmunds neuer Trainer spielt mit dem Fußball-Bundesligisten gegen den Wolfsberger AC. Klar ist: Der Nachfolger von Jürgen Klopp muss sich mit der Borussia für die Europa League qualifizieren.

Beim Pflichtspiel-Debüt mit Borussia Dortmund steht für Thomas Tuchel gleich viel auf dem Spiel. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke machte seinem neuem Trainer unmissverständlich klar: "Wir wollen um jeden Preis in die Gruppenphase der Europa League." Es sei "Druck auf dem Kessel". Auch wenn der BVB als Favorit in das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde heute in Klagenfurt gegen den Wolfsberger AC gehe (21.05 Uhr/Sport 1). Das Rückspiel ist am 6. August. Übersteht Dortmund die dritte Runde, geht es in der letzten Qualifikations-Runde am 20. und 27. August um den Sprung in die Gruppenphase der Europa League.

Tuchel hat in der Vorbereitung die Mannschaft mit seiner Art in den Bann gezogen. Der erste Schritt aus dem Schatten seines Vorgängers Jürgen Klopp ist dem Ex-Trainer des FSV Mainz offenbar gelungen. Ilkay Gündogan kann sich dank Tuchel sogar bereits vorstellen, länger beim BVB zu bleiben. "Natürlich ist eine weitere Vertragsverlängerung unter diesen Voraussetzungen denkbar", sagte der Nationalspieler, der seinen Kontrakt nach langem Zögern am 1. Juli bis 2017 verlängert hatte. Der 24-Jährige verspürt dank Tuchel einen Schub. "Das hat Hand und Fuß. Das löst bei mir viel Freude aus", sagte Gündogan über die Methodik des neuen Trainers. Er habe "das Gefühl, dass er mich jetzt schon besser gemacht hat" und möge die Art und Weise, wie Tuchel mit der Mannschaft spreche, wie er trainieren lasse. Zu seiner Vertragsverlängerung bemerkte Gündogan: "Ich gehe in mein fünftes Jahr und fühle mich pudelwohl. Daher kann ich mir vorstellen, noch länger hierzubleiben." Man müsse die Entwicklung abwarten. Dazu gehören nach einem schlechten Jahr des BVB wieder Erfolge.

Nach der verpassten Teilnahme an der Champions League ist die Europa League mehr als eine Trostrunde für die Dortmunder. "Auch hier geht's um achtstellige Beträge", unterstrich Watzke. Und: Es ist der einzige Wettbewerb, den der BVB noch nicht gewonnen habe. Mit einer starken Vorstellung im letzten Testspiel am vergangenen Samstag gegen Champions-League-Finalist Juventus Turin (2:0) hat Tuchels Mannschaft den Fans Appetit auf den Europacup gemacht. Der Wolfsberger AC ist für die Dortmunder aber ein unbeschriebenes Blatt. Zuletzt sorgten die von Dietmar Kühbauer - er spielte von 2000 bis 2002 beim VfL Wolfsburg - trainierten Kärntner mit einem 3:1-Sieg im Testspiel gegen BVB-Erzrivale Schalke 04 für Aufsehen. Allerdings verpatzte der letztjährige Tabellenfünfte der österreichischen Bundesliga seine Generalprobe. Der AC verlor zum Auftakt in der neuen Saison in Österreich am vergangenen Sonntag zu Hause mit 0:2 gegen Austria Wien. Nichtsdestotrotz erklärte Wolfsbergs Präsident Dietmar Riegler: "Borussia Dortmund - das ist das Spiel des Jahres für Kärnten und für den gesamten Verein."