1. Sport
  2. Saar-Sport

Tuchel ist bei PSG beliebt, jetzt kommt Manchester United nach Paris

PSG-Coach ist in Paris beliebt : Tuchel hat schon jetzt das Eis gebrochen

Lobeshymnen auf Trainer von Paris St. Germain schon vor Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester United.

Fans von Borussia Dortmund könnten am Montag ein wenig irritiert in den „kicker“ geschaut haben. Thomas Tuchel sei so ein „warmherziger, angenehmer Mensch“, der „Ruhe und Gelassenheit in den Alltag bei Paris St. Germain gebracht“ habe, schrieb Frankreichs Weltmeister-Trainer Didier Deschamps darin über seinen „sehr beliebten deutschen Freund“. Das hatte sich beim BVB einst einigermaßen gegenteilig dargestellt.

Aber Tuchel und PSG – das scheint hervorragend zu passen. Der deutsche Trainer wirkt entkrampft, weniger streng und nahbarer. „Er hat das Eis ganz schnell gebrochen“, schrieb die Tageszeitung „Le Figaro“ in einer langen Eloge auf Tuchel, „diesen Meditationsliebhaber, der auf alles neugierig ist, der Bücher über Management und Psychologie liebt.“ Nach weniger als zehn Monaten habe er bei PSG im „Minenfeld“ schon alle auf seiner Seite. Das schließt die katarischen Club-Besitzer ein, die exorbitante Summen in den Verein stecken (Transferminus seit 2016/17 laut transfermarkt.de: 330 Millionen Euro). Für sie ist der Champions-League-Pokal zu einer Obsession geworden. Tuchel könnte derjenige sein, der ihn holt – er steht vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Manchester Uni­ted an diesem Mittwoch (21 Uhr/Sky) „mit einem Fuß und vier Zehen im Viertelfinale“ (Le Figaro). Tuchel forderte: „Wir müssen ohne Angst, aber auch ohne übertriebenes Selbstvertrauen spielen.“

Das Hinspiel gewann PSG im Old Trafford 2:0. Neymar fehlte. Auch der teuerste Fußballer der Welt schwärmt vom Trainer. Liebevoll sei Tuchel, „er weiß aber auch, wann es nötig ist, uns die Ohren lang zu ziehen“. Ein 222 Millionen Euro teurer, bisweilen kapriziöser Superstar wie Neymar darf dann auch mal seine Fußverletzung in seiner Heimat auskurieren. In Brasilien unterzog Neymar seinen Fuß einem Belastungstest: Er tanzte beim Karneval von Rio de Janeiro im Sambodrom.

Nicht nur Peitsche, auch mal Zuckerbrot – das scheint Tuchel in Paris gelernt zu haben. Dort kapselt er sich nicht mehr ein wie in Dortmund, sondern nimmt Umfeld und Fans mit. Und nach dem Gruppensieg in der Champions League gegen den FC Liverpool, den SSC Neapel und Roter Stern Belgrad muss mehr her. Denn über Misserfolge in der Königsklasse sind in Paris schon andere gestürzt: unter anderem Tuchels Vorgänger Unai Emery. Tuchels Vorteil: PSG kam seit 1995 nie weiter als bis ins Viertelfinale (vier Mal). Und das ist fast schon erreicht.

Gegner Manchester United geht mit einer Notelf ins Spiel. Teammanager Ole Gunnar Solskjaer muss zehn prominente Spieler ersetzen, darunter der gesperrte Paul Pogba (Gelb-Rote Karte im Hinspiel) sowie Anthony Martial und Alexis Sanchez. Das 0:2 aufzuholen, wird so zur Mammutaufgabe. Auch der erfahrene Juan Mata und Ander Herrera fehlen, Solskjaer muss den Kader mit Nachwuchsspielern auffüllen.