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Trofeo: Nur ein Däne ist schneller als Märkl

Trofeo : Nur ein Däne ist schneller als Märkl

Julius Johansen hat die Trofeo 2017 gewonnen. Der Pfälzer Niklas Märkl wurde Gesamtzweiter und war vollauf zufrieden mit der Rundfahrt.

Das 30. Jubiläum der Trofeo 2017 der Gemeinde Gersheim geht bei strahlendem Sonnenschein zu Ende – und mit Irritationen um das Gesamtergebnis. Für Julius Johansen gilt das nicht. Der 17-jährige Däne darf nach fünf Etappen über 408,5 Kilometer und 9:54:45 Stunden Fahrzeit im Zielort der letzten Etappe in Reinheim das Gelbe Trikot überstreifen und sich als Nachfolger des US-Amerikaners Brandon McNulty feiern lassen.

Was die Plätze dahinter angeht, herrscht Verwirrung: Daan Hoole aus Holland wird zunächst korrekterweise als Dritter aufgerufen, tauscht dann jedoch die Position mit dem Deutschen Niklas Märkl, der das Gelbe Trikot am Vorabend im Zeitfahren an Johansen verloren hatte. Der Queidersbacher wird als Dritter des letzten Teilstücks schließlich auch als Gesamtdritter geehrt. Offiziell aber gelingt Märkl im Schlussakt noch der Sprung von Platz vier auf zwei, denn auf den letzten Metern in Reinheim hatten die bis dato vor ihm liegenden Holländer Hoole und Meikel Zijlaard im weit auseinander gerissenen Feld nochmal Zeit eingebüßt. Dank vier Sekunden Gutschrift für Rang drei schiebt sich Junioren-Vizeweltmeister Märkl wegen des besseren Tagesresultats am zeitgleichen Hoole vorbei – 26 Sekunden hinter Johansen.

Der verrät nach der letzten Etappe: „Ich wusste, dass ich sehr gut in Form bin. Aber auch, dass ich es im Zeitfahren regeln muss, denn es war mein erstes richtiges Straßenrennen der Saison. Vorher war ich nur auf der Bahn aktiv.“ Der letzte Tagessieg geht nach 120 Kilometern an den Niederländer Minne Verboom, der gut 20 Kilometer vor dem Ziel ausgerissen war und im Sprint Ivan Smirnov distanzierte. Der Russe darf sich damit trösten, die dritte Trofeo-Etappe in Homburg gewonnen zu haben. Johansen wurde dort am Samstag Zweiter, am Abend legte der Däne mit einem furiosen Zeitfahren die Basis zum Gesamtsieg. Die 11,5 Kilometer um Brenschelbach bestritt Johansen mit fast 48 Stundenkilometer im Schnitt und nahm dem zwölftplatzierten Märkl, der tags zuvor als Dritter der Ommersheim-Etappe ins Gelbe Trikot geschlüpft war, 55 Sekunden ab.

Märkl ist aber keineswegs enttäuscht. „Ich habe mein Bestes gegeben, es war ein solides Zeitfahren. Aber da bin ich einfach noch nicht auf dem Niveau, dass es für ganz vorne reicht“, urteilt Märkl, der nach Rang zwei bei der Trofeo positiv Bilanz zieht: „Ich stand fast jeden Tag auf dem Podium, außer in Homburg, wo ich in der Sprintanfahrt schlecht positioniert war. Insgesamt kann ich mit den vier Tagen vollauf zufrieden sein.“ Viel Zeit zu feiern bleibe ihm nicht: „Nächste Woche steht die Bundesliga an, dann in zwei Wochen die deutsche Meisterschaft“, blickt der Vizeweltmeister bereits nach vorne.

Begeistert vom Trofeo-Debüt zeigt sich der einzige Saarländer im Feld, Jan-Eric Rinke vom RV Oberbexbach. „Ich bin absolut zufrieden. Mein Ziel war es durchzukommen. Das habe ich mehr als geschafft, denn es waren immer noch Fahrer hinter mir“, sagt der 18-Jährige aus Altstadt, der 25:09 Minuten hinter Johansen 70. wird. „Ich hatte an jedem Tag mindestens fünf Mal eine solche Situation, dass ich dachte, ich packe es nicht mehr. Jetzt bin ich froh, dass ich mich durchgebissen habe.“ Von 132 gestarteten Fahrern kamen 87 in die Wertung. Das Grüne Trikot des Sprintbesten holte Jonas Hvideberg aus Norwegen, als bester Kletterer durfte der Belgier Yentl Bekaert das rot gepunktete Trikot überstreifen. Bester Jungfahrer wurde Søren Wærenskjold (Norwegen), bestes Team die Niederlande, 1:48 Minuten vor Deutschland.

Ein gemischtes Fazit zieht Trofeo-Organisator Wolfgang Degott. „Die Premiere in Neunkirchen war eine schwere Geschichte. Da hatten wir anfangs gleich einige Stürze, das war ein bisschen bedauerlich“, sagt Degott: „Der zweite Tag war ein Wetter-Kapriolen-Tag allererster Güte mit Regen und Hagel, wobei dort fast nichts passiert ist. Ich schätze, dass die Zuschauerresonanz im Bereich der letzten Jahre lag. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr die 31. Auflage organisieren dürfen. Ich gehe davon aus, den Termin haben wir schon gemeldet.“