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Trofeo mal wieder ein Radsportfest

Trofeo mal wieder ein Radsportfest

Reinheim. Es war bei jeder Runde knisternde Spannung, die sich zwischen zahlreichen Zuschauern breitmachte. Immer, wenn der Moderator aus dem großen Organisations-Bus die erneute Ankunft der Radfahrer ankündigte, wurden die Köpfe über die Banden am Straßenrand gereckt

Reinheim. Es war bei jeder Runde knisternde Spannung, die sich zwischen zahlreichen Zuschauern breitmachte. Immer, wenn der Moderator aus dem großen Organisations-Bus die erneute Ankunft der Radfahrer ankündigte, wurden die Köpfe über die Banden am Straßenrand gereckt. Bis endlich am Ende der sichtbaren Strecke der Pulk aus bunten Trikots und Helmen auftauchte, der schließlich bei der Zieldurchfahrt von lautem Klatschen und Getöse begleitet wurde.Somit wurde auch die 25. Trofeo Karlsberg zu einem Höhepunkt für die Region. "Solche Zuschauermengen sind wir von Junioren-Rundfahrten nicht gewohnt", sagte Toni Kirsch, Vorsitzender der Radsportjugend des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), "das war richtige Volksfeststimmung und fantastisch für die Jungs". Und die zahlten den Zuspruch zurück - mit Leistung.

Gesamtsieger wurde der mit 16 Jahren jüngste Teilnehmer im Feld, Mads Pedersen aus Dänemark. Er und seine Kollegen genossen die ungewöhnliche Atmosphäre. "Bei uns ist das ganz anders. Die Zuschauer hier sind so enthusiastisch, das ist toll. Es macht wirklich Spaß, mit solch einer Unterstützung zu fahren", sagte der beste Bergfahrer und niederländische Publikumsliebling Mathieu van der Poel.

Für einen Fahrer war die Tour aber etwas ganz Besonderes. Felix Drumm hatte am Samstag bei der Homburg-Rundfahrt sogar ein Heimspiel, als der Tross durch seinen Heimatort Mörsbach rollte. "Es ist schön, mal dort zu fahren, wo man auch trainiert und die Leute kennt", erklärte Drumm, "auch die Organisation war top, im Gegensatz zu vielen anderen Rundfahrten".

Doch nicht nur die Fahrer lobten die Organisation, auch von höchster Stelle gab es Anerkennung. So wurde Cheforganisator Wolfgang Degott, der seit Beginn der Trofeo dabei ist, nach der Siegerehrung der letzten Etappe in Reinheim am Sonntag die silberne Ehrennadel des BDR verliehen. Auch das Engagement der umliegenden Dörfer war aller Ehren wert. "Die Dorfstände haben viele Zuschauer angelockt, deshalb war viel los an der Strecke", lobte Felix Drumm.

Das Engagement ging so weit, dass dem vorzeitig ausgeschiedenen französischen Fahrer Marc Fournier einige Werbeblättchen für eine Bank in der Region in die Hand gedrückt wurden, die er verdutzt entgegennahm. Einen besonderen Eindruck machte auch ein norwegischer Fahrer bei den Fans - und den Rettungssanitätern des Deutschen Roten Kreuzes. Etliche Schürfwunden an Rücken, Beinen und Ellenbogen wurden versorgt, während der Norweger scherzend über die Sturzursache berichtete. "Respekt vor diesen Jungs", urteilten die Sanitäter anschließend. Somit fand auch die Jubiläumsausgabe der Trofeo einen gebührenden Rahmen. "Wir sind alle sehr zufrieden", schloss Toni Kirsch. "Das war richtige Volksfeststimmung und fantastisch für die Jungs."

Toni Kirsch, Vorsitzender der Radsportjugend