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Triumphe der Titelverteidiger

Novak Djokovic schreit nach den Finalsieg gegen Andy Murray seine Freude heraus. Mit der rechten Hand zeigt er es an: Der Serbe triumphierte in Melbourne zum dritten Mal in Serie. Foto: Dadswell/dpa
Novak Djokovic schreit nach den Finalsieg gegen Andy Murray seine Freude heraus. Mit der rechten Hand zeigt er es an: Der Serbe triumphierte in Melbourne zum dritten Mal in Serie. Foto: Dadswell/dpa
Melbourne. Novak Djokovic gewann das Geduldsspiel, Victoria Asarenka die Nervenschlacht: Die Titelverteidiger waren in Down Under wieder obenauf

Melbourne. Novak Djokovic gewann das Geduldsspiel, Victoria Asarenka die Nervenschlacht: Die Titelverteidiger waren in Down Under wieder obenauf. Während Djokovic im Finale der Australian Open mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:3), 6:3, 6:2 gegen den Briten Andy Murray die Oberhand behielt und durch seinen dritten Melbourne-Titel in Folge in die Annalen einging, trotzte die in die Kritik geratene Asarenka beim 4:6, 6:4, 6:3 gegen die Chinesin Li Na gleich mehreren Widerständen.


Nach dem neuerlichen Triumph bekreuzigte sich Djokovic und schrie seine Freude in den Nachthimmel. Nach 3:40 Stunden hatte der 25-jährige Serbe seinen ersten Matchball verwandelt und sich nach seinem Hattrick von den 15 000 Fans in der Rod-Laver-Arena feiern lassen. "Das ist ein unglaubliches Gefühl, hier wieder ganz oben zu stehen. Ich liebe dieses Turnier", sagte Djokovic. Nie zuvor seit der Einführung des Profitennis 1968 hatte ein Spieler drei Melbourne-Titel in Serie gewonnen.

Das erste Break des Matches gelang Djokovic zur 5:3-Führung im dritten Satz. Die Vorentscheidung fiel, als er Murray, der einen Tag weniger Vorbereitung auf das Endspiel hatte, im vierten Durchgang gleich zweimal in Folge den Aufschlag zur eigenen 4:1-Führung abnahm. Nach dem verwandelten Matchball schrie der "Djoker" seine Erleichterung heraus, zerriss sich aber diesmal - im Unterschied zum Sieg 2012 - nicht sein Hemd.



Als Asarenka am Tag zuvor die Nervenschlacht von Melbourne überstanden und ihren Titel trotz aller Widerstände erfolgreich verteidigt hatte, wartete gleich das nächste Problem. Ihr Rapper-Freund Redfoo weigerte sich plötzlich, die Rechnung für die geplante Shopping-Tour am nächsten Tag zu übernehmen. "Queen Victoria" steckte auch diesen neuerlichen Tiefschlag locker weg - kein Wunder bei einem Rekord-Siegerscheck von 1,9 Millionen Euro für ihren zweiten Grand-Slam-Coup.

Das wertvollste Geschenk hatte sich Asarenka ohnehin selbst gemacht, als sie es allen Kritikern gezeigt hatte. "Dieser Titel ist speziell für mich, es ist ein ganz emotionaler. Ich bin happy, dass ich das alles durchgestanden habe", sagte Asarenka nach den wohl schwersten Tagen ihrer Karriere.

Im Hexenkessel von Melbourne, in dem sich alles gegen die alte und neue Nummer eins verschworen zu haben schien, zeigte die Weißrussin ihre ganze Klasse. Wegen ihrer umstrittenen zehnminütigen medizinischen Auszeit im Halbfinale gegen Sloane Stephens war Asarenka ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Kein Wunder, dass die US-Open-Finalistin von den Zuschauern unterkühlt und mit Pfiffen empfangen wurde, während jeder Punktgewinn von Li Na frenetisch bejubelt wurde.

Die Stimmung gegen Asarenka wurde noch extremer, als die Chinesin im zweiten und dritten Satz jeweils umknickte. Beim zweiten Mal fiel die French-Open-Siegerin von 2011 zu allem Überfluss noch so unglücklich auf den Kopf, dass sie eine längere medizinische Auszeit nehmen musste. Asarenka zeigte sich davon unbeeindruckt. Nach dem Matchball ließ die große Blonde ihren Tränen freien Lauf. sid

Victoria Asarenka küsst ihre Trophäe. Foto: Shrestha/dpa
Victoria Asarenka küsst ihre Trophäe. Foto: Shrestha/dpa