Triathlon-WM ohne Weltmeister Unger, aber mit Franzmann

Vancouver/Saarbrücken. Wenn an diesem Wochenende im kanadischen Vancouver die Triathlon-Weltmeister des Jahres 2008 ermittelt werden, dann ist es die Weltmeisterschaft der Enttäuschten. Zumindest aus deutscher Sicht

Vancouver/Saarbrücken. Wenn an diesem Wochenende im kanadischen Vancouver die Triathlon-Weltmeister des Jahres 2008 ermittelt werden, dann ist es die Weltmeisterschaft der Enttäuschten. Zumindest aus deutscher Sicht. Denn ohne die sportlichen Leistungen der deutschen Teilnehmer im Vorfeld abwerten zu wollen - die Deutsche Triathlon-Union schickt lediglich die zweite Garde an den Start. Wobei: Wer sich die Namen dieses "zweiten Anzugs" zu Gemüte führt, der merkt schnell, dass die Deutschen beileibe nicht chancenlos sind. Ganz im Gegenteil. Joelle Franzmann vom LC asics Rehlingen etwa ist eine, der gerade bei Weltmeisterschaften immer alles zuzutrauen ist, wie ihre Bilanz beweist: 2003 Platz fünf, 2004 Platz vier, 2006 Platz sieben, 2007 Platz acht. Ein Top-Ten-Platz nach 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen ist also drin. Erst recht, wenn Franzmann die Enttäuschung - und die vielleicht auch vorhandene Wut - über ihre verpasste Olympia-Qualifikation kanalisieren und in Leistung umsetzen kann. Die zweite deutsche Starterin ist Kathrin Müller (Potsdam). Auch bei den Männern ist den Deutschen einiges zuzutrauen. Und auch hier ist es ein Rennen der Enttäuschten, denn Andreas Raelert (Rostock), Maik Petzold (Bautzen) und Steffen Justus (Witten) hatten in der Olympia-Quali das Nachsehen. Die sechs deutschen Triathleten, die sich für Peking qualifiziert haben - darunter auch Titelverteidiger Daniel Unger (Mengen) und Jan Frodeno (Tri Sport Saar Hochwald) - verzichten in Absprache mit Bundestrainer Wolfgang Thiel auf die WM und konzentrieren sich ganz auf den Saisonhöhepunkt Olympia. mwe

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