| 21:12 Uhr

Fußball-Bundesliga
Traumdebüt mit falschen Tretern

Mönchengladbach. Neuzugang Ademola Lookman schießt RB Leipzig zum 1:0-Sieg im Spitzenduell bei Borussia Mönchengladbach.

Ademola Lookman blickte nach seinem Traumdebüt auf seine blauen Schuhe und musste lachen. Wie auf rohen Eiern war der Neuzugang von RB Leipzig über den seifigen Rasen gerutscht, stand deswegen vor der Auswechslung – und erzielte doch den Siegtreffer. „Ich trage immer diese Schuhe“, sagte der am Mittwoch verpflichtete Neuzugang: „Aber der Rasen in Deutschland ist rutschiger als in England. Daran muss ich mich wohl noch gewöhnen.“



Lookman hatte Glück, bei seinem späten Treffer zum 1:0 in Mönchengladbach (89.) überhaupt noch auf dem Rasen zu stehen. „Ich wollte Mola direkt wieder runternehmen“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl angesichts der Rutschpartien seines Jokers. Doch der U20-Weltmeister durfte bleiben – und traf zehn Minuten und sieben Sekunden nach seiner Einwechslung. Lookman ist der erste englische Torschütze in der Bundesliga seit 2005 Owen Hargreaves bei Bayern München. Erst am Mittwoch war Lookman aus Everton gekommen, in Leipzig blieb deshalb nur Zeit für „zwei Tage Taktik-Schnellkurs“, wie Hasenhüttl sagte. Das Schuhproblem zeichnete sich da bereits ab. „Ich habe schon im Training gesagt: So funktioniert das nicht. Aber das waren die einzigen Schuhe, die er aus England mitgebracht hat, und die wollte er nicht ausziehen“, sagte der RB-Trainer. Also ging Hasenhüttl das Risiko ein und wurde belohnt.

„Als der Ball im Netz zappelte, waren viele Emotionen in mir: Glück, Aufregung, Freude. Es war besonders schön, dass alle Mitspieler zu mir gekommen sind“, sagte Lookman, der bis zum Saisonende ausgeliehen ist. Was danach passiert, wisse er nicht, der erste Eindruck von Deutschland sei aber positiv. „Der Fußball in der Bundesliga ist technischer als in England. Das mag ich“, sagte der 20-Jährige, der in Leipzig vor allem als Vertretung für den seit Wochen an einer Bauchmuskelzerrung laborierenden Emil Forsberg dienen soll. Mit seinem Treffer beendete Lookman prompt die kleine Ergebniskrise mit nur einem Sieg aus acht Pflichtspielen. Statt in der Tabelle weiter abzurutschen, darf der Vizemeister wieder von der Champions League träumen.

Und die Gladbacher? Bei denen bereitet vor allem Kapitän Lars Stindl Sorgen. Der beste Torschütze der vergangenen Saison hat seit neun Spielen nicht mehr getroffen. Gegen Leipzig vergab er den Führungstreffer. „Wenn er die Chance zum Tor genutzt hätte, wäre das wichtig für sein Selbstvertrauen gewesen“, sagte Trainer Dieter Hecking und nahm ihn in Schutz: „Lars hat sehr engagiert gespielt. Er hat nicht die Torgefahr, die wir von ihm erwarten. Aber er wird wieder treffen.“