Trapp hält den Traum der Eintracht am Leben

Europa League : Trapp hält den Traum am Leben

Frankfurt fährt mit ordentlicher Ausgangsposition nach Mailand. Trainer Hütter im Rückspiel gesperrt.

Die Aufarbeitung des diesmal torlosen Europa-League-Feiertags begann Adi Hütter bereits während des Spiels. Den Auftritt gegen das ruhmreiche Inter Mailand verfolgte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach seinem Kick gegen die Trinkflasche schließlich von der Tribüne aus. „Ich hatte oben einen richtig guten Winkel“, erklärte er später mit einem Augenzwinkern: „Vielleicht konnte ich aus dieser Perspektive für das Rückspiel etwas dazulernen.“

Über seinen „Feldverweis“ im Zorn über einen verweigerten Elfmeter konnte der sonst so besonnene Hütter nach dem 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel schmunzeln. „Mein Verhalten hat mir nicht gefallen. Man hat aber gesehen, dass ich in meiner Karriere einen guten rechten Fuß hatte“, scherzte er. Zusammen mit Sportvorstand Fredi Bobic sah Hütter die letzte halbe Stunde aus der Loge.

Nachdem Nationaltorwart Kevin Trapp in der ersten Halbzeit mit seinem gehaltenen Foulelfmeter gegen Marcelo Brozovic (22. Minute) den europäischen Traum am Leben gehalten hatte, legte die Eintracht ohne des Trainers unmittelbaren Einfluss eine starke zweite Halbzeit hin und tankte damit viel Selbstvertrauen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag, in dem Hütter die gesamte Spielzeit auf der Tribüne sitzen muss – er wurde für ein Spiel gesperrt. Dennoch: „Die Ausgangsposition, die wir uns verschafft haben, ist okay“, sagte der gebürtige Merziger Trapp: „Wichtig ist, dass wir kein Gegentor kassiert haben.“ Was das wert ist, wird sich aber erst im Giuseppe-Meazza-Stadion zeigen. „Wichtig ist, dass die Chance auf das Weiterkommen noch vorhanden ist“, sagte Hütter: „Inter ist unter Zugzwang.“

Schon ein Unentschieden mit Auswärtstor würde der Eintracht reichen, um erstmals seit 1995 ein europäisches Viertelfinale zu erreichen. „Wir müssen einfach ein Tor machen“, befand auch der gegen Inter sehr umtriebige Mittelfeld-Organisator Sebastian Rode. Mindestens 13 500 Fans begleiten die Hessen auf ihrem Europacup-Trip. „Das wird auf jeden Fall ein Fest“, sagte Rode.

In Frankfurt wird die Europa League von Fans und Mannschaft zelebriert. Kein anderer Verein genießt die internationalen Auftritte in Europas 2. Liga so wie die Hessen. Am Donnerstagabend sorgten die Eintracht-Anhänger mit einer eindrucksvollen Choreografie zum 120-jährigen Club-Jubiläum für Gänsehaut-Atmosphäre. Die Gazzetta dello Sport schrieb von den „deutschen Furien“.

Vor dem nächsten europäischen Festmahl in Mailand steht allerdings die „Hausmannskost“ in der Bundesliga an. Im Montagabendspiel, eigentlich zur Entlastung der international vertretenen Clubs gedacht, muss die Eintracht nur drei Tage vor dem Gastspiel in Italien bei Fortuna Düsseldorf antreten (20.30 Uhr). Schonen will sich der Pokalsieger dort trotzdem nicht. „Wir brauchen auch Punkte in der Meisterschaft“, sagte Mittelfeldspieler Gelson Fernandes.

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