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Transfer-Wahnsinn: Premier League knackt Milliarden-Grenze

Transfer-Wahnsinn: Premier League knackt Milliarden-Grenze

Clubs der englischen Premier League haben in der zu Ende gegangenen Transfer-Periode für neue Spieler eine Milliarde Euro ausgegeben. Allein Manchester United investierte 151 Millionen. Die Bundesliga kann da nicht mithalten.

Die Premier League hat die Schallmauer von einer Milliarde Euro geknackt. Angesichts der Transferausgaben der englischen Fußball-Clubs sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge gestern: "Man hat gesehen, dass sie in England deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als wir in Deutschland." Stunden zuvor hatte Manchester United Radamel Falcao für zehn Millionen Euro vom AS Monaco ausgeliehen und Daley Blind von Ajax Amsterdam für 18 Millionen gekauft. 193 Millionen investierte der Club - alleine für Real Madrids Angel Di Maria wurden 75 Millionen Euro fällig. Zwar investierte auch München fast 50 Millionen. Im internationalen Vergleich hielt sich die Bundesliga aber zurück. In Spanien investierten der FC Barcelona und Real Madrid kräftig. Barcelona holte Luis Suárez vom FC Liver-pool für 94 Millionen. Real ließ sich Toni Kroos (München) und James Rodriguez (AS Monaco ) 110 Millionen Euro kosten.

In England protzte nicht nur United, auch der FC Liverpool (151 Millionen), FC Chelsea (106), FC Arsenal (97) und Manchester City (65) zückten das Scheckheft. Ein Großteil der Summen wird durch TV-Gelder gedeckt. Die 20 Premier-League-Clubs kassieren im Jahr zusammen 1,2 Milliarden Euro aus dem nationalen TV-Vertrag. Die 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga bekommen 709 Millionen. "Wir haben da einen Rückstand", sagt Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga. Er fragt aber: "Was würde die Bundesliga machen, wenn sie so viel Geld hätte? Wäre Deutschland dann auch mit 15 Bundesliga-Profis Weltmeister geworden?" Große Namen werden in England nationalen Talenten vorgezogen. Dagegen setzen Bundesligisten auf deutsche Talente. "Der Erfolg zeigt, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz verkehrt ist", sagte Seifert.