Trainerzwist zwischen Luginger und Lottner nach dem Saarderby

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach dem Duell FCS-FCH : Das Derby sorgt für Trainerzwist und Gesprächsstoff

Nach dem 2:1 des 1. FC Saarbrücken gegen den FC Homburg waren Dirk Lottner und Jürgen Luginger vollkommen unterschiedlicher Meinung.

Am Tag nach dem großen Derby herrschte beim 1. FC Saarbrücken Zufriedenheit. Nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Homburg bleibt der FCS als Tabellenführer fünf Punkte vor der SV Elversberg. Schon an diesem Mittwoch um 19 Uhr geht es für die drei Fußball-Regionalligisten im Achtelfinale des Saarlandpokals weiter – und alle gastieren bei Vereinen aus der Verbandsliga Nordost. Der FCH muss nicht weit fahren, es geht zum SV Schwarzenbach, die SVE spielt auch in der Nachbarschaft beim SV Preußen Merchweiler.

Der FCS trifft im St. Ingberter Waldstadion Betzental auf den SV Rohrbach. Der Verbandsligist zieht um, weil der eigene Rasenplatz kein Flutlicht hat. Bei den Saarbrückern werden Tobias Jänicke (Zerrung) und Gillian Jurcher (Zehenprellung) fehlen, sie zogen sich im Derby Blessuren zu. Bei Jurcher ist die Verletzung wohl nicht so schlimm, Jänicke muss am Mittwoch ins MRT.

Für die (neutralen) Zuschauer war das „große“ Saarderby am Sonntag über weite Strecken ganz schwere Kost. Ständig wälzte sich irgendein Spieler auf dem Rasen – längst nicht immer lag dabei aber ein Vergehen vor. „Das Spiel war dadurch oft unterbrochen“, sagte Siegtorschütze Sebastian Jacob, „dadurch kam über einige Zeit auch kein richtiger Spielfluss zu Stande.“ Fallen und reklamieren – diese mittlerweile fußballspezifische Unart machte Schiedsrichter David Scheuermann die Spielleitung nicht einfacher – dennoch brachte er die Partie insgesamt an der langen Leine ordentlich über die Runden.

Die übertriebene Theatralik einiger Kicker hatte Lottner schon nach dem 0:3 bei der SV Elversberg auf die Palme gebracht. „Ich hasse solche Spielertypen. Bei jeder Situation auf der Nase liegen und provozieren“, sagte der Ex-Profi und nahm dabei vor allem den Elversberger Sinan Tekerci aufs Korn. Lottners Homburger Kollege Jürgen Luginger antwortete darauf prompt: „Wenn ich einige Spieler von Saarbrücken gesehen habe, sollte man sich immer an die eigene Nase fassen, bevor man Spieler anderer Mannschaften in die Kritik nimmt“, sagte Luginger, dem die Regelauslegung des Unparteiischen insgesamt trotzdem zu lasch war: „Wahrscheinlich hat sich der Schiedsrichter von Dirks Kritik letzte Woche beeinflussen lassen, er hat kaum Gelbe Karten gezeigt.“

Vier an der Zahl – es hätte in dem ein oder anderen Zweikampf auch die ein oder andere mehr sein können. Auf beiden Seiten. Auch, als Jacob nach dem Siegtor den Ball wegschoss, hätte Scheuermann den Stürmer verwarnen können. Er tat es aber nicht. Wie auch beim Homburger Patrick Steinherr, der nach gut einer Stunde am FCS-Strafraum wie vom Blitz getroffen niederging und – nachdem der Schiedsrichter nicht auf die Aktion hereinfiel – aber weiterspielte als sei nichts gewesen.

„Ich bin auch kein Freund davon, immer auf dem Boden rumzuliegen. Grundsätzlich haben wir keine Mannschaft, die so etwas macht“, sagte FCS-Sportdirektor Marcus Mann und beendet für sich den Trainerzwist salomonisch: „Manchmal sagt man nach einem emotionalen Spiel Dinge, die man so am nächsten Tag nicht sagen würde.“

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