Tour-de-France-Sieger Wiggins ist beim Giro in der Defensive

Florenz · Das Maglia Rosa soll es sein für Bradley Wiggins, bisher würde ihm jedoch höchstens das Maglia Fiasco gut stehen. Eine Panne im Zeitfahren, Zeitverlust auf vermeintlich ungefährlichen Etappen – der Giro d'Italia läuft für den Tour-de-France-Sieger sehr bescheiden.

Nicht nur das miese Wetter verhagelt dem britischen Radprofi dieser Tage die Laune. Auf Platz vier ist das Führungstrikot für ihn derzeit außer Reichweite, der Rückstand auf Vincenzo Nibali ist mit 1:16 Minuten durchaus beträchtlich.

Wiggins' Selbstvertrauen scheint angeknackst. Es wirkte, als käme ihm vor der ersten großen Bergetappe heute auf den Altopiano del Montasio der Ruhetag sehr gelegen. "Es waren anstrengende Tage", teilte Wiggins mit und übte sich in Zweckoptimismus: "1:16 Minuten auf Nibali mit all den Problemen ist nicht so schlecht. Wir haben noch einige Karten in der Hand. Ich bin in keiner schlechten Position."

Doch in jedem Falle nicht in der erhofften, denn vor allem die Tatsache, dass Wiggins im Zeitfahren lediglich elf Sekunden auf Nibali herausfahren würde, war mehr als überraschend. Und der 28 Jahre alte Astana-Kapitän, den das rosafarbene Führungstrikot sichtlich beflügelt, gilt am Berg als mindestens gleichwertig. In der letzten Woche auf den schweren Anstiegen der Dolomiten möchte der Sizilianer auftrumpfen. Vorerst bleibt er aber defensiv. "Jeder kann einen schlechten Tag haben, der Giro ist lang", sagte Nibali. Er selbst sei gut drauf, er fühle sich gut: "So viel kann ich sagen."

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