| 21:12 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
Torjäger Göttel meldet sich gereift zurück

Moritz Göttel mischt im Training des Regionalligisten SV Elversberg wieder munter mit.
Moritz Göttel mischt im Training des Regionalligisten SV Elversberg wieder munter mit. FOTO: Andreas Schlichter
Elversberg. Der Stürmer des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg hat eine lange Verletzungspause hinter sich. Jetzt will er angreifen. Von Heiko Lehmann

Er ist wieder da. Moritz Göttel hat bislang alle Trainingseinheiten der laufenden Vorbereitung des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg absolviert und am vergangenen Samstag beim 6:0-Testspielsieg gegen den Oberligisten CfR Pforzheim gleich ein Tor geschossen. „Ich fühle mich gut und gesund. Ab und an zwickt die Kapsel noch ein wenig, aber das ist ganz normal nach einer so langen Pause“, sagt der Stürmer.



Neun Monate fiel Göttel mit einem Syndesmosebandriss aus. Am 15. April 2017 hatte er den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Astoria Walldorf vorbereitet und wurde in der Situation von seinem Gegenspieler umgemäht. Trotz des gerissenen Bandes spielte Göttel im Saarlandpokalfinale und in der Relegation zur 3. Liga mit. „Ich hatte höllische Schmerzen“, erinnert sich der 24-Jährige.

In der Sommerpause unterzog sich der gebürtige Braunschweiger keiner Operation, sondern behandelte den Riss konservativ, was im Nachhinein ein Fehler war. Göttel hatte weiter Probleme und riss sich am 1. September das Syndesmoseband erneut. Zu diesem Zeitpunkt hatte der 24-Jährige ein Tor in drei Einsätzen erzielt. „Ich hätte mich damals vielleicht direkt operieren lassen sollen, aber das ist jetzt vorbei. Ich habe daraus gelernt, und jetzt geht es weiter“, sagt Göttel.

Und was genau lernt man aus so einer Verletzung? „Wenn man fit ist und auf dem Platz steht, hat man viele Ziele und Träume. Wenn man verletzt ist und sich kaum bewegen kann, hat man nur einen Wunsch – wieder gesund zu werden. Man lernt eben in solchen Situationen, welche Dinge im Leben wirklich zählen“, sagt der Torjäger.

Fast genau zwei Jahre ist der 1,85 Meter große Stürmer mittlerweile bei der SVE. Torgefährlich war er immer, aber entweder warfen ihn Verletzungen aus der Bahn – oder er bekam einen neuen Stürmer vor die Nase gesetzt. Die aktuelle Saison wäre ohne Verletzung wohl seine geworden. Von sechs nominellen Stürmern konnten bislang nur Julius Perstaller (9 Tore in 18 Spielen) und Kevin Koffi (7 Tore in 17 Spielen) eine halbwegs ordentliche Trefferquote präsentieren.



„Natürlich denkt man daran, dass man der Mannschaft in manchen Situationen hätte weiterhelfen können. Aber noch mal: Die Vergangenheit ist vorbei, und die Saison ist noch lange nicht zu Ende“, sagt Göttel und lässt wieder seinen Ehrgeiz durchschimmern. „Uns hatten doch viele Experten schon abgeschrieben, weil der Abstand zu den Relegationsplätzen zeitweise elf Punkte betrug. Das sollen die ruhig weiter glauben“, sagt Göttel.

Aktuell beträgt der Abstand zum Ersten, dem 1. FC Saarbrücken, zwar 16 Punkte, aber zum Zweiten, den Offenbacher Kickers, nur sechs. Am ersten Spieltag nach der Winterpause ist die SVE am 3. Februar zu Gast beim FCS und eine Woche später in Offenbach. „Diese beiden Spiele entscheiden, wie es für uns weitergeht. Das wissen wir jetzt schon, obwohl die heiße Phase der Vorbereitung noch nicht begonnen hat“, sagt Göttel. Diese beginnt am 26. Januar, wenn die SVE in der Nähe von Nürnberg ein Wochenend-Trainingslager bezieht, um sich für die Knallerspiele zu rüsten. Eine Option mehr wird Trainer Karsten Neitzel dann haben – und die heißt Moritz Göttel.