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Toptransfer als Ansage an die Konkurrenz

Dass Steven Zellner gestern nicht auf dem Platz stand, lag nur am Wetter. Der Topneuzugang des 1. FC Saarbrücken will bei seiner Rückkehr ins Saarland durchstarten.
Dass Steven Zellner gestern nicht auf dem Platz stand, lag nur am Wetter. Der Topneuzugang des 1. FC Saarbrücken will bei seiner Rückkehr ins Saarland durchstarten. FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Ein Saarländer zurück in der Heimat – und nicht irgendeiner: Der 1. FC Saarbrücken hat mit Steven Zellner vom Zweitligisten SV Sandhausen einen Toptransfer getätigt, auch wenn dem 25-Jährigen noch Spielpraxis fehlt. Patric Cordier

Am Montag nach dem Auftakttraining waren die Plätze im FC-Sportfeld noch grün, gestern Vormittag dann mit einer Schneedecke überzogen. So plötzlich hatte Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken auch seine erste Neuverpflichtung eingetütet: Steven Zellner vom Zweitligisten SV Sandhausen . "Das ist eine Nummer, an der wir schon lange arbeiten und die jetzt endlich aufgegangen ist", sagt FCS-Trainer Dirk Lottner. Die Rückkehr des 25-jährigen Primstalers ins Saarland ist eine klare Ansage an die Konkurrenz , dass der FCS die ausstehenden 13 Partien eben nicht als Pflichtfreundschaftsspiele sieht. "Wenn du als Regionalligist einen Spieler von einem Zweitligisten holst, dann soll der nicht deinen Kader verbreitern", sagt Lottner: "Er hat in unserem Testspiel gegen Sandhausen vor der Saison hängende Spitze gespielt, aber wir hoffen, dass er uns gerade in der defensiven Achse verstärkt."



Lange wurde am Wechsel gearbeitet, am Montag ging dann alles ganz schnell. "Ich habe mittags meinen Vertrag in Sandhausen aufgelöst und abends den neuen in Saarbrücken unterschrieben", erzählt Zellner, der beim ersten Hinschauen an den früheren Saarbrücker Mittelfeldspieler Marius Laux erinnert. "Ich bin sehr dankbar, dass man mir in Sandhausen keine Steine in den Weg gelegt hat. Manche denken vielleicht, wenn man aus der 2. Liga kommt, sei Regionalliga ein Rückschritt. Für mich ist es ein Neuanfang mit neuer Aufgabe."

Angefangen mit dem Fußball hatte er beim VfL Primstal. "In der C-Jugend hatte ich dann die Wahl", erinnert sich Zellner: "Ich hätte zum FCS, nach Köln oder nach Kaiserslautern gehen können." Er entschied sich für den Betze und absolvierte eine Karriere, wie sie sich so mancher Nachwuchskicker wünscht: Bundesliga mit B- und A-Jugend, vorzeitig zur U23 befördert und schließlich in den Profikader aufgenommen. Dazu kamen 13 Spiele in den Nachwuchsteams des Deutschen Fußball-Bundes.

"In Kaiserslautern habe ich auch mit Kevin Trapp zusammen gespielt. Der ist ja auch Saarländer", erinnert sich der gebürtige Waderner an den schnellen Aufstieg. Doch er sollte auch die Schattenseiten des Profifußballs kennenlernen. Im Januar 2013 fiel er mit Syndesmosebandriss für drei Monate aus, fast ein ganzes Jahr dauerte die Rückkehr nach einem Kreuzbandriss im November 2013. Es folgte der Wechsel nach Sandhausen.

Doch die Seuche wechselte offenbar mit. Im Mai 2015 riss erneut das Kreuzband. "Es kamen dann einige Folgeverletzungen. Aber ich habe daraus auch etwas gelernt: Ich weiß, dass ich immer wieder aufstehen und zurückkommen kann", sagt der Neuzugang mit voller Überzeugung: "Um wieder an meine alte Stärke heranzukommen, brauche jetzt ich Spielpraxis. Die konnte ich in Sandhausen so nicht bekommen. Darum bin ich froh, beim 1. FC Saarbrücken neu anfangen zu können."



In der Jugend spielte Zellner Stürmer, beim FCK und in Sandhausen hauptsächlich defensives Mittelfeld oder Innenverteidigung. "Ich mag eigentlich beides", sagt Zellner, der mit Freundin und Hund in Kaiserslautern wohnt und bei dem man seine saarländische Herkunft beim Sprechen kaum noch heraushört. Bis 2019 läuft sein Vertrag mit dem FCS, die aktuellen Ziele formuliert er zurückhaltend: "Ich komme quasi aus einer Verletzung, will richtig fit werden und durchstarten. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und konzentriert auf uns schauen. Gelingt uns das, werden andere sicher noch nervös."