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Toptalent Müller macht nächsten Schritt

Jerome Müller ist einer der besten Torjäger in der 3. Liga West. Im Sommer wird er vom SV 64 Zweibrücken zur HG Saarlouis wechseln, sofern diese in der 2. Liga bleibt. Foto: Wille
Jerome Müller ist einer der besten Torjäger in der 3. Liga West. Im Sommer wird er vom SV 64 Zweibrücken zur HG Saarlouis wechseln, sofern diese in der 2. Liga bleibt. Foto: Wille FOTO: Wille
Saarlouis. Jugend-Nationalspieler Jerome Müller wird im Sommer vom Drittligisten SV 64 Zweibrücken zum Zweitligisten HG Saarlouis wechseln. Dass der 18-Jährige einschlagen wird, davon ist die HG fest überzeugt. Sebastian Zenner

Eines der größten Talente des Saarlandes und bundesweit wird ab Sommer das Trikot der HG Saarlouis tragen. Die Voraussetzung, den Verbleib in der 2. Handball-Bundesliga , scheint Saarlouis erfüllen zu können. Mit drei Heimsiegen in Folge liegt die HG auf Kurs - entsprechend wahrscheinlich ist die Verpflichtung von Jugend-Nationalspieler Jerome Müller (18) von Drittligist SV 64 Zweibrücken .

Analyse mit Schwarzer



"Ich habe mich mit Bundestrainer Christian Schwarzer zusammengesetzt. Wir haben die Saison Revue passieren lassen und sind beide zu dem Schluss gekommen, dass eine neue Herausforderung nicht schlecht wäre", sagt Müller, dem auch Angebote aus der 1. Liga vorlagen. Seine Entscheidung für die HG begründet er wie folgt: "Saarlouis hat sich als Zweitligist vor der eigenen Haustür angeboten. Ich mache nächstes Jahr mein Abitur, und es ist schon wichtig, die Schule hier fertig zu machen." Müller besucht das Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl, eine Eliteschule des Sports.

"Ich habe schon vor langer Zeit ein Auge auf Jerome geworfen und denke, dass er jetzt soweit ist, sich in der 2. Bundesliga zu beweisen", sagt Goran Suton. Der Trainer der HG Saarlouis freut sich über die steigende Variabilität im rechten Rückraum, wo im Moment fast ausschließlich der Grieche Nikolaos Riganas spielt. Zusätzlich wird Linkshänder Müller auf der rechten Außenposition Einsatzzeit sammeln. Mit Auswahl-Kollege Lars Weissgerber, neben Philipp Leist Rechtsaußen der HG, findet sich hier schon ein eingespieltes Duo.

"Jerome ist ein Spieler mit vielen Wurfvarianten, einer hohen Spielintelligenz und Übersicht", lobt Suton: "Wenn er die körperlichen Defizite, die man als Jugendspieler nun einmal hat, bis zum September ausgleichen kann, wird er schon ab dem ersten Spiel zweitligatauglich sein." Die Anpassung an das Zweitliga-Niveau wird allerdings erschwert. "Durch die Vorbereitung für die Jugend-WM im Sommer werde ich relativ selten in Saarlouis trainieren können", erklärt Müller: "Aber ich werde versuchen, mir die Einsatzzeiten zu erarbeiten."

Davon ist Richard Jungmann, der Vorsitzende der HG Saarlouis , überzeugt. "Wir waren uns mit dem Spieler und seinen Mentoren beim Deutschen Handball-Bund einig, dass er den Schritt in die nächste Leistungsstufe machen sollte", sagt Jungmann: "Es ist wichtig, dass sich solche Talente mit starken Spielern messen können - im Training und in Spielen."

Starke saarländische Achse

Seine Planungen passen zu den Vorstellungen Sutons, "die Mannschaft Schritt für Schritt zu verjüngen und zu verdeutschen, sodass man bei den Spielern, die man von außerhalb dazu holt, auf Qualität und erfolgshungrige Spieler setzen kann. Mit Kapitän Darius Jonczyk (30 Jahre alt), Philipp Kessler (29) und Philipp Leist (25) gehören drei erfahrene und mit Peter Walz (20), Michael Schulz (18) und Lars Weissgerber (17) drei Perspektivspieler aus dem Saarland fest zum Zweitliga-Kader. "Darauf bin ich schon stolz", sagt Suton.

Zusammen mit Jerome Müller zeigt auch Björn Zintel sowohl beim SV 64 Zweibrücken als auch in der Jugend-Nationalmannschaft starke Leistungen. Der 19-Jährige wird das Saarland allerdings auf jeden Fall verlassen. "Die Frage ist nur, wohin. Mir liegen einige Angebote aus der 1. Liga vor", sagt Zintel: "Konkretes kann ich noch nicht sagen, ich will mich erst nach den Abiturprüfungen entscheiden." Jungmann macht Zintel aber ein klares Angebot: "Wenn er sich vorstellen könnte, doch im Saarland zu bleiben, wären wir nicht abgeneigt."