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Mountainbike: Tolle Aussichten und ein paar Totenköpfe

Mountainbike : Tolle Aussichten und ein paar Totenköpfe

1400 Sportler gingen am Wochenende beim Saarschleife-Bike+Run auf die anspruchsvollen, aber schönen Strecken.

Steil erstreckt sich der Abhang vor ihnen. Der Weg ist schmal und kurvenreich, dazu ragen vereinzelt Wurzeln und Steine aus der Erde hervor. Ein Warnschild mit einem Totenkopf macht auf die kommende steile Abfahrt und die Gefahrenstelle aufmerksam. Umdrehen gilt für die Mountainbiker jedoch nicht: Beherzt treten sie in die Pedale und nehmen Schwung, ehe sie nach vorne rollen. Über die Kante, nach unten. Der Griff: fest am Lenkrad, immer bremsbereit.

Es ist ein Rennen, das Fahrern – und den Rädern – alles abverlangt. Hier zeigt sich, wer es technisch drauf hat. Vor allem unter diesen Bedingungen: Der Boden rund um die Cloef in Orscholz ist durch den Regen der letzten Tage aufgeweicht und auch während des Marathons haben die Biker kein Glück. Statt Sonne satt gibt es einen wolkenverhangenen Himmel, immer wieder regnet es.

Besonders in den Kurven wird es für die mehr als 700 Biker des 15. Saarschleifen-Bike-Marathons rutschig – gerade hinter Schloss Ziegelberg wird eine Stelle gleich mehrmals für die Teilnehmer zum Verhängnis. Manche machen langsam, manche wiederum rutschen aus. Helm zurechtrücken, Fahrrad aufstellen und weiter – kein Problem.

Drei Strecken stehen den Sportlern zur Verfügung: eine kurze (32 Kilometer), eine mittlere (50 Kilometer) und die große (98 Kilometer). Der Marathon lockt zahlreiche Biker an – traditionell auch viele aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg. Aus Mainz ist Christine Salzbrunn angereist. Sie fährt zum Spaß die kurze Tour mit. „Und wenn es mir mal zu heftig ist, schiebe ich halt“, sagt sie. Ihre Schienbeine sind vom Schlamm bespritzt. „Ob Staub oder Schlammschlacht – egal, wie das Wetter ist, man ist immer verdreckt“, sagt Salzbrunn und lacht.

Nach fünf Stunden und 17 Minuten erreicht Laura Turpijn aus den Niederlanden als schnellste Frau das Ziel. „Ich mag die Abwechslung und die Aussicht an dieser Strecke“, schwärmt sie. Ob für die überhaupt Zeit bleibt? „Ich fahre die Strecke schon seit langem und genieße sie heute mehr als früher.“

Als Erster der U 17 auf der kleinen Runde fährt Tobias Schuster ins Ziel ein. Wie es für ihn war? „Hart, aber ich bin zufrieden“, sagt er. Auch das Wetter empfand er als perfekt. Ob er nächstes Jahr wieder dabei ist? „Ja, dann aber auf der 50-Kilometer-Strecke.“ Mit ihm fuhr Patrick Müller, der in seiner Altersklasse (Senioren) die kurze Strecke gewann. Vor 14 Jahren hatte er mit Torsten Scholtes die Idee zum Bike Marathon. „Wir wollten ein touristisches Event und eine neue Zielgruppe nach Orscholz bringen“, erinnert er sich. „Das Grundkonzept ist noch das gleiche wie beim ersten Mal“, sagt Müller, der vor drei Jahren die Organisation anderen überließ und jetzt Zeit hat, selbst mitzufahren. Zur maximalen Unterstützung von Schuster fuhr er seiner Seite mit. „Wir haben in Perl eine Mountainbike-School und fördern dort Nachwuchs. Dazu gehört auch Tobias Schuster.“

Gesamtsieger der großen Strecke wurde Roel Verhoeven aus den Niederlanden, Zweiter der Belgier Joris Massaer und Dritter der Niederländer Erwin Bakkes.

Zusammen mit den Teilnehmern an den Trailläufen und den Kinder-Radrennen am Samstag machten insgesamt mehr als 1400 Sportler mit. Eine Zahl, mit der Jerome Gräf, sportlicher Leiter, zufrieden ist. „Wir hatten diesmal bereits so viele Voranmeldungen wie vergangenes Jahr Teilnehmer“, sagt er. Das stimme zuversichtlich für die 16. Auflage des SaarschleifenBike+Run.