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Fußball-Regionalliga: Titz lockt Kilian an die Elbe

Fußball-Regionalliga : Titz lockt Kilian an die Elbe

Der Co-Trainer und frühere Kapitän des FC Homburg wechselt zum Bundesliga-Absteiger Hamburger SV.

Gerade hat der FC Homburg die Saison in der Oberliga als souveräner Meister abgeschlossen und nach dem überraschenden Abstieg im letzten Jahr den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Regionalliga Südwest geschafft. Mit einem vom Hauptsponsor Dr. Theiss Naturwaren deutlich erhöhten Etat bauen die Grün-Weißen nun an einer Mannschaft, die erkennen lässt, dass der Ehrgeiz des Vereins über die vierthöchste deutsche Liga hinausgeht.

Für André Kilian, den bisherigen Assistenten von FCH-Cheftrainer Jürgen Luginger, geht es jetzt schon bis in die 2. Liga nach oben. Am Montag wurde Kilians noch bis 2019 laufender Vertrag in Homburg aufgelöst. Beim gerade erstmals aus der Bundesliga abgestiegenen Hamburger SV soll der 31-Jährige der neue Co-Trainer von Christian Titz werden. Titz, der den FCH von 2011 bis 2014 trainierte, brachte Kilian, den er bereits zuvor in seiner privaten Fußballschule trainiert hatte, in seinem ersten Jahr als Spieler nach Homburg. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga 2012 machte er Kilian zu seinem Mannschaftskapitän. „André ist mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld“, hatte Titz bereits damals großes Vertrauen in den damaligen Mittelfeldspieler. Kilian selbst will sich wegen des noch fehlenden Vertrages in Hamburg erst am Wochenende zu seinem Wechsel an die Alster äußern.

Luginger, der zurzeit im Urlaub auf Ibiza weilt, sagt: „Das kam schon überraschend. André hat mich vor ein paar Tagen angerufen und mir gesagt, dass er das gerne machen möchte. Was soll man dann schon sagen. Ich will ihm ja auch nichts verbauen. Es ist nur schade, dass sich vom HSV niemand offiziell beim FC Homburg gemeldet hat.“

Herbert Eder, der Titz nach internen Dissonanzen kurz vor dem Saisonende 2014 entlassen hatte, ist das kühle Verhältnis zum früheren Homburger Trainer noch anzumerken. „Christian Titz hat in Hamburg eine einmalige Chance bekommen. Daher kommt es nicht überraschend, dass er versucht, alles, was ihm das Überleben sichert, an Bord zu bekommen“, sagt der Vorstandschef des FCH. Über Kilian findet Eder nur Worte des Lobes: „André Kilian hat sich immer vorbildlich verhalten. Von Homburg nach Hamburg ist für ihn ein Quantensprung. Wenn der Sprung gelingt, ist das auch ein Qualitätsmerkmal für den FC Homburg, das zeigt, dass hier nicht nur Blinde am Werk sind.“ Zur Frage, ob es eine Ablöse für Kilian geben wird, wollte Eder sich nicht äußern.

Titz sagt über seinen zukünftigen Assistenten: „André hatte schon zu meiner Homburger Zeit die U19 trainiert und auch Trainingsgruppen der ersten Mannschaft geleitet. Ich habe schon damals gesehen, dass er ein guter Trainer wird.“ Dem HSV-Coach sei klar gewesen, dass er ihn später gerne in seinem Trainerteam haben würde. Wenn der FCH ihm keine Steine in den Weg legen möchte, sei das ein großes Glück. „Für André wäre das ein großer Entwicklungssprung“, sagt Titz. „Ich kann aber auch immer die andere Seite verstehen. Dass der FCH André nach der erfolgreichen Zusammenarbeit gerne behalten würde, kann ich nachvollziehen.“ Zu der Kritik, dass der HSV keine offizielle Anfrage gestellt hat, sagt Titz: „André hat mir gesagt, dass er die Angelegenheit gerne direkt und persönlich mit dem FC Homburg klären möchte. Da gab es keinerlei böse Absichten.“

Als Kilians Nachfolger habe er „schon den ein oder anderen im Hinterkopf“, sagt Luginger. Bis dahin werde es „aber noch ein bisschen dauern“. Vorerst steht der Kader im Vordergrund. Nach Daniel di Gregorio (Waldhof Mannheim), Kevin Maek und Sven Sellentin (beide SV Elversberg), Andreas Knipfer (1. FC Nürnberg II), Luca Plattenhardt (SSV Reutlingen), Christopher Theisen (Fortuna Köln) und Maurice Neubauer (FSV Mainz II) sollen laut Eder noch zwei oder drei Verstärkungen kommen. „Wir sind kein Aufsteiger, der nur so in der Liga mitspielen will. Wenn wir die Mannschaft so zusammenstellen, brauche ich nicht zu sagen, wir wollen um Platz sieben spielen“, weiß Luginger um die hohen Ambitionen.