Titelverteidiger, Jungstar und Co.

Titelverteidiger, Jungstar und Co.

Pittsburgh. Heute beginnt die neue Saison in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL. Tom Kühnhackl geht mit den Pittsburgh Penguins als Titelverteidiger in die 82 Spiele der Hauptrunde, die bis 9. April 2017 andauern. Der Start in die Playoffs um den Stanley Cup ist für 12. April geplant. Neben Kühnhackl starten sechs weitere Deutsche in der besten Eishockey-Liga der Welt.

Tom Kühnhackl (24 Jahre/Pittsburgh Penguins ): Der Landshuter hat eine Karriere im Eiltempo hinter sich. Im vergangenen Januar war der Außenstürmer erstmals in den Kader der Penguins berufen worden. Mitte Juni endete sein persönliches Märchen mit dem Titelgewinn. "Ich muss mich noch oft morgens kneifen, um das zu realisieren. Es ist unbeschreiblich", sagt Kühnhackl. Es ist anzunehmen, dass er zunächst wieder eine Rolle als Defensivstürmer einnehmen wird. "Wir haben fast dieselbe Mannschaft, und wenn wir wieder diesen Zusammenhalt entwickeln, dann haben wir eine gute Chance auf die Titelverteidigung", sagt Kühnhackl.

Leon Draisaitl (20/Edmonton Oilers): Das Ausnahmetalent im deutschen Eishockey-Sport hofft mit den Oilers auf die Trendwende. Nach zehn Jahre langer Durststrecke wollen die Kanadier endlich wieder in die Playoffs. Draisaitl soll dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Dabei könnte der Kölner den deutschen Rekord für Scorerpunkte in einer Saison (56/Marco Sturm und Jochen Hecht) übertreffen.

Tobias Rieder (23/Arizona Coyotes): Der Kumpel von Tom Kühnhackl glänzt vor allem durch ein starkes Zwei-Wege-Spiel. Rieder ist mit seiner enormen Geschwindigkeit in Offensive wie Defensive gleichermaßen wertvoll. Sein Saisonstart stand allerdings lange infrage. Erst nach einer monatelangen Hängepartie verständigte er sich mit den Coyotes, die zu den Außenseitern in der NHL gehören, auf einen neuen Zweijahresvertrag.

Dennis Seidenberg (35/New York Islanders): Im Gegensatz zu Christian Ehrhoff fand der Routinier einen Platz, um seine beeindruckende NHL-Karriere fortzusetzen. Bei den durchaus ambitionierten Islanders geht der frühere Stanley-Cup-Champion in seine 14. Spielzeit. Einige schwere Verletzungen haben bei Seidenberg ihren Tribut gefordert, doch noch hat der Verteidiger etwas zu bieten. Das war auch beim World Cup of Hockey zu erkennen, bei der er im Team Europa starke Leistungen zeigte.

Thomas Greiss (30/New York Islanders): Greiss erlebte in der Vorsaison sein bislang bestes NHL-Jahr - auch bedingt durch die Verletzung seines Konkurrenten Jaroslav Halak. Der Slowake ist nun wieder fit und hielt beim World Cup of Hockey überragend. Der Füssener Greiss wird sich mit Halak einen heißen Kampf um die Nummer eins Tor der Islanders liefern und will möglichst viel Spielzeit bekommen.

Philipp Grubauer (24/Washington Capitals): Der Rosenheimer hat bei den Capitals unter normalen Umständen keine Chance auf den Stammposten im Tor. Am Kanadier Braden Holtby gibt es für ihn kein Vorbeikommen. Grubauer wird somit geduldig auf seine Einsätze warten müssen und im Saisonverlauf wohl etwa 20 Mal zum Zug kommen. Die Capitals um Superstar Alexander Owetschkin gelten wieder als einer der großen Titelfavoriten.

Korbinian Holzer (28/Anaheim Ducks ): Auch der Münchner wird es wieder schwer haben, regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Holzer dürfte bei den Kaliforniern voraussichtlich die Rolle des Ersatz-Verteidigers einnehmen. Allerdings schätzen die Anaheim Ducks die Teamfähigkeit und Loyalität des Nationalspielers, der seine Stärken im kompromisslosen Defensivspiel hat. Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff wird sich nach dem wahrscheinlichen Ende seiner NHL-Karriere mit der Entscheidung über seine Zukunft einige Tage Zeit lassen. "Meine Ehefrau und die Kinder verbringen gerade die Schulferien in den Niederlanden. Dort werde ich nach meiner Ankunft erstmal hinfahren und alles in Ruhe mit ihnen besprechen", sagte der 34-Jährige vor seinem Abflug aus Boston .

Bei den Boston Bruins aus der Profiliga NHL hatte der Verteidiger zuletzt zehn Tage mittrainiert. Weil ihm der sechsmalige Stanley-Cup-Sieger offenbar keine Spielzeit garantieren wollte, lehnte Ehrhoff ein Vertragsangebot ab. Zu anderen Offerten will er sich im Moment nicht äußern.

Christian Ehrhoff hat offenbar keine Zukunft mehr in der NHL – spielt er künftig wieder in Deutschland? Foto: Martin/dpa. Foto: Martin/dpa

Auf eine Rückkehr des langjährigen NHL-Profis hoffen vor allem die Krefeld Pinguine . Ehrhoff lebt dort und hatte 2012 während des Arbeitskampfes in der NHL vorübergehend für Krefeld gespielt. Insgesamt bestritt er in 13 NHL-Jahren 862 Partien (81 Tore). Mit den Vancouver Canucks erreichte er 2011 das Finale um den Stanley Cup , verlor dort aber gegen Boston . In der vergangenen Saison war er für die Los Angeles Kings und die Chicago Blackhawks aktiv.

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