Tim Wiese muss kämpfen

Frankfurt. Beim letzten Länderspiel gegen Frankreich vor einem knappen Jahr glänzte Tim Wiese noch im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Trotz der 1:2-Niederlage durfte sich der Keeper damals feiern lassen. Mittlerweile ist der 31-Jährige nicht einmal mehr die Nummer 2 beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim

Frankfurt. Beim letzten Länderspiel gegen Frankreich vor einem knappen Jahr glänzte Tim Wiese noch im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Trotz der 1:2-Niederlage durfte sich der Keeper damals feiern lassen. Mittlerweile ist der 31-Jährige nicht einmal mehr die Nummer 2 beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. "Wenn Gomes seine Leistung weiter stabilisiert und weiter so halten kann wie am Samstag, dann ist es sicherlich nicht sinnvoll, innerhalb einer Saison dauernd den Torhüter zu wechseln", sagte Manager Andreas Müller am Sonntagabend in einem Interview der SWR-Sendung "Sport im Dritten".Der Tabellen-16. hatte Wiese vergangene Woche aus dem Kader genommen, um ihn vor den zuletzt verheerenden Kritiken zu schützen. Beim 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg stand die brasilianische Eil-Verpflichtung Heurelho Gomes (zuvor Tottenham Hotspur) zwischen den Pfosten - und wurde von den 1899-Fans gefeiert. Andreas Müller hat inzwischen eingeräumt, dass diese Maßnahme auch "sportliche Gründe" hatte.

Der langjährige Werder-Torhüter Wiese könnte theoretisch noch in die Türkei oder nach Russland wechseln. Dort ist das Transferfenster noch offen. Müller hält das aber für ausgeschlossen: "Der Tim ist motiviert, er möchte zeigen, dass er ein guter Torwart ist."

Der frühere Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs glaubt, dass Wieses Selbstbewusstsein trotz unverändert rotziger Sprüche gelitten hat: "Tim ist selbstbewusst auf der einen Seite. Aber wenn soviel passiert, wie es um Tim Wiese jetzt geschehen ist, dann lässt das keine Spieler kalt."

Wiese selbst darf den Kraichgau trotz allem weiter als Komfortzone betrachten: Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2016, sein Jahresgehalt soll nach Medienberichten bei drei Millionen Euro liegen. "Wieso schwierig?", sagte der Torhüter am Samstag auf die Frage nach seiner schwierigen Situation zu den Journalisten. "Meine Situation ist überragend, ganz entspannt. Ich habe doch ein schönes Leben - im Gegensatz zu euch." dpa