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Thorsten Kleins Team "Vereine vor" mit zwei neuen Namen

Kostenpflichtiger Inhalt: Machtkampf im Saarfußball : Schlussspurt mit zwei Überraschungen

Im Kampf um die Spitze des Saarländischen Fußball-Verbandes hat Bewerber Thorsten Klein sein Team vorgestellt.

Der Schlussspurt beginnt am Abend des Aschermittwoch: Der ehemalige Regierungssprecher Thorsten Klein hat da das Team vorgestellt, mit dem er nach dem Verbandstag am 28. März die Verantwortung beim Saarländischen Fußball-Verband (SFV) übernehmen möchte. Dabei überraschte der gelernte Journalist mit zwei gleichsam neuen wie bekannten Gesichtern in seiner Mannschaft.

Als Vorsitzender des Spielausschusses steht Willy Bauer zur Verfügung. Der „Collina von der Cloef“ ist noch immer einer der bekanntesten und besten Schiedsrichter im Land, arbeitete unter anderem beim SC Orscholz erfolgreich als Trainer. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit Thorsten, der mir aufgezeigt hat, was wir alles bewegen können“, sagt Bauer: „Es ist ja nicht alles schlecht, was wir haben. Das heißt aber nicht, dass man nicht vieles besser machen kann. Ich will hier meine Erfahrung mit einbringen und für alle Vereine da sein.“

Künftig für die Verbandskommunikation zuständig sein soll Philipp Werthmüller. Das Geschäft gelernt hat der ehemalige Spieler des SV Saar 05 und der Sportfreunde Köllerbach beim damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen, wo er innerhalb von fünf Jahren vom Praktikanten zum Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation aufgestiegen war. „Fußball ist im Saarland extrem wichtig“, sagt Werthmüller: „Leider hat sich in den vergangenen Jahren einiges in die falsche Richtung entwickelt.“ Werthmüller ist inzwischen Pressesprecher der Saar LB.

Bestehendes analysieren, Gutes weiterentwickeln, weniger Gutes ändern – das ist die Herangehensweise, mit der die Gruppe „Vereine vor“ den Verband neu aufstellen möchte. „Man muss sich fragen, was noch zeitgemäß ist“, sagt Klein, der das Präsidentenamt anstrebt: „Jedes Team braucht einen Leader, aber keinen Boss. Es soll nicht mehr durchregiert werden. Wir wollen möglichst viele Vereine und Menschen mit einbinden.“

Als Vize-Präsidenten stehen Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid (SV Morscholz) und Tobias Saar (FV Eppelborn) bereit. Der ehemalige Geschäftsführer der Saar-FDP, Christoph Kleinz (Viktoria Hühnerfeld), ist als Schatzmeister vorgesehen. „Wir haben da bewusst einen Betriebswirtschaftler genommen und keinen Steuerberater“, begründet Klein die Personalie: „Er hat eine andere Herangehensweise, die dem Verband guttun wird.“

Mit Rechtsanwältin und Ex-Bundesliga-Spielerin Barbara Haupenthal steht eine erfahrene Sport-Juristin als Justiziarin zur Verfügung. Sarah Kolasinac (früher Karnbach/1. FC Saarbrücken) soll sich um den Frauen- und Mädchenfußball kümmern. Mit 66 Jahren ist Hans-Josef Louia der Älteste im Team. Er arbeitet schon seit 26 Jahren in verschiedenen Positionen der Verbandsjugendarbeit, ist im Westsaarkreis aber auch nicht unumstritten. Louia soll Verbandsjugendleiter werden.

Damit sind die bisherigen Vorstandspositionen eigentlich abgedeckt. Doch Klein will mehr Experten einbinden. So soll Daniel Schmitt, im Hauptberuf Dozent an der Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken, den Vereinen notwendige Innovationen näher bringen. Dietmar Conrad (FSV Saarwellingen) soll sein Querschnittswissen als Oberliga-Spieler bei Borussia Neunkirchen, als Scout beim 1. FC Kaiserslautern und als Trainer einbringen. Der Polizeibeamte und Vorsitzende von Viktoria St. Ingbert, Alexander Jene, soll sich mit Sicherheitsfragen beschäftigen. Oliver Dillinger (SV Wallerfangen) hat die Schwerpunkte „Branding und Dienstleistung“, soll also den SFV zu einer „Marke“ machen. „Uns gibt es nur gemeinsam, weil wir einen anderen Stil des Miteinander pflegen“, betont Dillinger.

Das soll der designierte Präsident Klein auch auf den dem Verbandstag vorgeschalteten Kreistagen vermitteln. Man habe beantragt, dass sich dort alle drei Kandidaten – neben Klein gehen noch der aktuelle Vize-Präsident Adrian Zöhler und Fußball-Lehrer Udo Hölzer ins Rennen – den Vereinen präsentieren. „Wir spielen nicht auf Platz, wir spielen auf Sieg“, sagt Klein.