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Thomas Bonerz will nicht mehr

Thomas Bonerz will nicht mehr

St. Ingbert. Handball-Oberligist SGH St. Ingbert hat Fans, für die es schon knüppeldick kommen muss, bis sie anfangen lautstark zu protestieren. Die Pfiffe gegen die Mannschaft und Trainer waren sogar nach der peinlichen 30:40-Vorstellung am vergangenen Samstag beim SV Zweibrücken noch eher verhalten. Doch im Hintergrund grummelte es schon länger

St. Ingbert. Handball-Oberligist SGH St. Ingbert hat Fans, für die es schon knüppeldick kommen muss, bis sie anfangen lautstark zu protestieren. Die Pfiffe gegen die Mannschaft und Trainer waren sogar nach der peinlichen 30:40-Vorstellung am vergangenen Samstag beim SV Zweibrücken noch eher verhalten.

Doch im Hintergrund grummelte es schon länger. In Zweibrücken machte dann erstmals sogar das Schlagwort "Arbeitsverweigerung" die Runde. Spätestens dort wurde auch vielen neutralen Beobachtern klar, dass da keine wirklich intakte Mannschaft am Werk war. "Die spielen doch gegen den Trainer", war in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Halle immer wieder zu hören.

Weil auch dort wieder deutlich zu sehen war, dass lautstarke Anweisungen von Thomas Bonerz konsequent von Teilen der Mannschaft nicht befolgt wurden. Und wer die Zwischentöne in der Nachbetrachtung des Trainers zur Zweibrücker Blamage richtig gedeutet hatte, für den war der Rücktritt von Thomas Bonerz am Dienstagabend keine Überraschung. Nach einem Gespräch mit Abteilungsleiter Klaus Weiland warf Thomas Bonerz nach nur sieben Spielen in der sportlichen Verantwortung das Handtuch (wir berichteten).

Seine Begründung für diesen Schritt entsprach genau der Feststellung vieler Beobachter: "Differenzen mit Teilen der Mannschaft". Viel mehr war Bonerz nicht zu entlocken. Außer, dass er dem Verein alles Gute wünsche und keine schmutzige Wäsche waschen wolle. Auch Klaus Weiland hielt sich in einem ersten Statement eher bedeckt: "Wir bedauern die Entscheidung von Thomas Bonerz, akzeptieren sie aber und bedanken uns bei ihm für seine Arbeit." Weiland hat nach der immer noch nicht geklärten Personalie Jakub Balaz (Verhandlung vor dem Landgericht am 27. November) nun noch eine zweite Baustelle am Hals. Die Suche nach einem neuen Trainer. Auch dazu sagt er nur so viel, "dass wir nichts überstürzen werden".

Zumindest als Interims-Lösung bringt Weiland den erfahrenen Oldie Roland Jann ins Gespräch, "der zusammen mit noch jemandem aus dem Umfeld des Vereins", zumindest vorerst die sportliche Verantwortung übernehmen könnte.

Und was sagen die Spieler zu den Vorwürfen ihres Ex-Trainers? Ihr Sprecher Michael Deckert: "Persönlich bedauere ich die Entscheidung, die Thomas schon nach dem Spiel gegen Zweibrücken angedeutet hat, sehr. Er hat alles gegeben, nur waren wir auf dem Platz nicht in der Lage, das umzusetzen, was er von uns erwartet hat."

Über die Vorwürfe Bonerz' werde man "intensiv" innerhalb der Mannschaft reden müssen. Die Möglichkeit zu zeigen, dass sie doch eine echte Einheit ist, hat sie am kommenden Samstagabend ab 19.30 Uhr vor eigenem Publikum in der Ingobertushalle gegen den Vierten Saulheim. Das ist genau der richtige Gegner, den Beweis zu erbringen, dass doch "Mumm" in der Truppe steckt und man das Zeug hat, wirklich zu den Spitzenteams der RPS-Oberliga zu zählen. Thomas Bonerz hatte lange ganz fest daran geglaubt. Zuletzt aber nur am Steuer einer stotternden "Bimmelbahn" gestanden. Michael Deckerts Schlusswort: "Wir werden gegen Saulheim alles geben." Die treuen Anhänger warten darauf.