Thiem zeigt dem Djoker die Grenzen auf

Thiem zeigt dem Djoker die Grenzen auf

Der Österreicher bezwingt den French-Open-Titelverteidiger. Im Halbfinale wartet nun Rafael Nadal.

Novak Djokovic lag am Boden und hatte sein Racket weggeschmissen: Das Bild des gestürzten Titelverteidigers in der roten Asche von Paris hatte Symbolcharakter. Das Viertelfinal-Aus bei den French Open gegen Dominic Thiem (Österreich) kam einer Demütigung des Serben gleich. "Das ist kein schönes Bild dieser Legende", sagte TV-Experte Boris Becker über die Endphase der 6:7 (5:7), 3:6, 0:6-Pleite seines ehemaligen Schützlings Djokovic, der erstmals seit sieben Jahren nicht im Halbfinale von Roland Garros steht.

Damit platzte das Gigantenduell von Djokovic gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal in der Vorschlussrunde. Der Spanier spielt nach seinem 6:2, 2:0-Abbruchsieg im Viertelfinale gegen seinen verletzten Landsmann Pablo Carreno Busta (Bauchmuskelzerrung) morgen gegen den formstarken Thiem.

Der 23-jährige Österreicher darf weiter vom ersten Grand-Slam-Titel träumen. Dabei war der von Ex-Becker-Trainer Günter Bresnik betreute "DomiNator" als Jugendlicher von einer jahrelang nicht entdeckten Darminfektion zurückgeworfen worden. Publikumsliebling Nadal will seinen zehnten Paris-Titel. Es wäre eine historische Leistung - seit 1968 hat kein Profi mehr ein und dasselbe Grand-Slam-Turnier so oft gewonnen. Im zweiten Halbfinale spielt der Schweizer Stan Wawrinka (gewann gestern mit 6:3, 6:3, 6:1 gegen den Kroaten Marin Cilic) morgen gegen den Briten Andy Murray (2:6, 6:1, 7:6, 6:1 gegen den Japaner Kei Nishikori).

Bei den Frauen treffen Simona Halep und Karolina Pliskova im Halbfinale aufeinander. Die Rumänin Halep siegte gestern gegen Jelina Switolina (Ukraine) mit 3:6, 7:6 (8:6), 6:0. Die Tschechin Pliskova bezwang die Französin Caroline Garcia mit 7:6 (7:3), 6:4. Beide können die schon ausgeschiedene Angelique Kerber von Platz eins der Weltrangliste verdrängen. Pliskova reicht dafür der Einzug ins Finale, Halep muss das Turnier gewinnen.