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Theo Zwanziger stellt sich erneut zur Wahl

Theo Zwanziger stellt sich erneut zur Wahl

Frankfurt. Die Amtsmüdigkeit ist verflogen: Theo Zwanziger will bis 2013 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bleiben. "Ich freue mich auf die künftigen Aufgaben", sagte der 65-Jährige am Freitag nach der Präsidiumssitzung in Frankfurt

Frankfurt. Die Amtsmüdigkeit ist verflogen: Theo Zwanziger will bis 2013 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bleiben. "Ich freue mich auf die künftigen Aufgaben", sagte der 65-Jährige am Freitag nach der Präsidiumssitzung in Frankfurt. Bundestrainer Joachim Löw und weitere führende deutsche Fußball-Funktionäre lobten die "gute Nachricht", aber Zwanziger geht bei einer Wiederwahl nicht unbelastet in die dritte Amtszeit. Die Schiedsrichter-Affäre um Michael Kempter und Manfred Amerell könnte ein Nachspiel haben. Wenn das DFB-Präsidium Amerells Schadensansprüche "materiell und immateriell" bis zum 2. August nicht anerkennt, will der ehemalige Schiedsrichtersprecher auf Schadensersatz klagen.

"Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen", erklärte Zwanziger. Gespräche mit der Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes hätten ihn zur festen Überzeugung geführt, noch einmal für das Ehrenamt zu kandidieren. Der Jurist aus dem rheinland-pfälzischen Altendiez führt den größten Sportverband der Welt seit 2004. Zuerst gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder, seit dem 8. September 2006 alleine.

Nicht unwesentlich in der Entscheidungsfindung sei auch die Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw gewesen. "Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, das mein Vertrauen gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten", sagte Zwanziger.

"Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch der Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt", erklärte Löw. Auch Teammanager Oliver Bierhoff fand lobende Worte: "Das ist eine gute Nachricht. Viele neue Ideen hat er unterstützt und dabei wichtige Weichen gestellt." Die Deutsche Fußball Liga (DFL) freut sich ebenfalls über das Weitermachen des obersten Fußball-Funktionärs. "Der Liga-Verband begrüßt den Wunsch nach einer weiteren Amtszeit ausdrücklich", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Seine zentrale Aufgabe sieht Zwanziger im gesellschaftlichen Engagement des Verbandes. "Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen", meinte der DFB-Boss. Die Themen Integration, Prävention, Gleichberechtigung und Umweltschutz würden immer mehr an Gewicht gewinnen. So soll auf dem Bundestag in Essen erstmals ein Nachhaltigkeitskonzept vorgestellt werden.

Allerdings droht Zwanziger noch Ungemach im Schiedsrichter-Skandal: Der ehemalige Bundesliga-Referee Kempter hatte im Februar Amerell der sexuellen Nötigung bezichtigt, die der Beschuldigte stets bestritten hat. Zwanzigers Aufklärungsarbeit wurde heftig kritisiert. Ihm wurde vorgehalten, er fahre einen Zickzack-Kurs und habe sich zu schnell auf die Seite Kempters geschlagen. dpa