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Theater mit vielen Emotionen

Theater mit vielen Emotionen

Saarbrücken. Sportlern aus Südosteuropa wird nachgesagt, emotional, extrovertiert und impulsiv zu sein. Der ehemalige Tennis-Profi Goran Ivanisevic aus Kroatien darf als Paradebeispiel gelten. Beim so auf Etikette bedachten Turnier in Wimbledon fluchte er schon mal wie ein Rohrspatz oder riss sich bei Siegen das T-Shirt à la Hulk Hogan vom Leib

Saarbrücken. Sportlern aus Südosteuropa wird nachgesagt, emotional, extrovertiert und impulsiv zu sein. Der ehemalige Tennis-Profi Goran Ivanisevic aus Kroatien darf als Paradebeispiel gelten. Beim so auf Etikette bedachten Turnier in Wimbledon fluchte er schon mal wie ein Rohrspatz oder riss sich bei Siegen das T-Shirt à la Hulk Hogan vom Leib.

Sein T-Shirt hat Bojan Tokic vom Tischtennis-Bundesligisten 1. FC Saarbrücken noch nicht zerrissen. Doch auch der Slowene lebt von seinen Emotionen. "Ich bin nicht der ruhige Typ, das stimmt", sagt der 28-Jährige in gutem Deutsch: "Unser Chinese in der Mannschaft ist etwas ruhiger, aber Andrej und ich, wir machen schon unseren Quatsch." Andrej, das ist Mannschaftskamerad Andrej Gacina. Ein junger Kroate, versteht sich - ebenfalls mit Feuer im Blut. Der Chinese, den Tokic meint, heißt Leung Chu-Yan.

Nach dem Saisonauftakt bei Borussia Düsseldorf (1:3) freute sich Tokic wie ein Schneekönig, wieder in der Bundesliga spielen zu können. Die kennt er schon. Er spielte in der Saison 2000/01 beim SV Plüderhausen und zwischen 2003 und 2008 in TTC Frickenhausen. Dort feierte er seine größten Erfolge: 2006 wurde er mit den Schwaben deutscher Meister und Pokalsieger.

Tokic liebt die Atmosphäre in deutschen Hallen. "Das habe ich so vermisst. Ich habe letztes Jahr in Italien gespielt, aber dort sind alle nur an Fußball interessiert, da ist keine Stimmung", erklärt er. 2900 Zuschauer in Düsseldorf waren Balsam für seine Seele. "Ich hoffe, dass in Saarbrücken auch viele Zuschauer kommen. Dann macht es viel mehr Spaß, zu spielen. Und eins kann ich schon sagen: Wir werden schon etwas Theater machen", verspricht der Slowene. "Aber so sind wir halt: Wenn wir gewinnen, springen wir auf den Tisch. Wenn wir verlieren, dann weinen wir." Er zögert kurz, ergänzt dann: "Naja, zumindest innerlich."

An diesem Sonntag, 18 Uhr, haben Fans zum ersten Mal in dieser Saison die Möglichkeit, in der Joachim-Deckarm-Halle Bundesliga-Tischtennis mit Emotionen zu erleben. Der Gegner heißt Werder Bremen. Danach macht die Bundesliga eine Pause wegen der Europameisterschaft in Stuttgart (13. bis 20. September). Für den Ex-Frickenhausener Tokic fast ein Heimspiel. Dort lautet sein Ziel eine Medaille, nachdem er 2007 in Belgrad im Viertelfinale gescheitert war. "Da wird bestimmt gute Stimmung sein", hofft er. Denn die beflügelt einen wie ihn nur noch mehr. "Unser Chinese in der Mannschaft ist etwas ruhiger."

Bojan Tokic über Mannschaftskollege Leung Chu-Yan