TG Saar glaubt fest an ihre Chance

Saarbrücken. Dienstagabend, 18 Uhr. Draußen ist es kühl, und über die spärlich beleuchteten Straßen und Wege der Hermann-Neuberger-Sportschule wabern zarte Nebelschwaden. Ein typischer Novembertag in Saarbrücken - traurig, grau und trüb. Traurig war am vergangenen Samstag auch der letzte Bundesliga-Auftritt der TG Saar im Schwarzwald

Saarbrücken. Dienstagabend, 18 Uhr. Draußen ist es kühl, und über die spärlich beleuchteten Straßen und Wege der Hermann-Neuberger-Sportschule wabern zarte Nebelschwaden. Ein typischer Novembertag in Saarbrücken - traurig, grau und trüb. Traurig war am vergangenen Samstag auch der letzte Bundesliga-Auftritt der TG Saar im Schwarzwald. Eine Woche vor ihrem Finale um die deutsche Meisterschaft im Kunstturnen gingen die Jungs von Trainer Viktor Schweizer bei der KTV Straubenhardt mit 14:70 böse baden.Drei Tage sind seit der Klatsche beim Titelverteidiger vergangen, mit dem es an diesem Samstag um 15 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle ein schnelles Wiedersehen gibt. Die Saar-Turner haben sich in der Halle 1 zum Training getroffen. Trotz der Pleite ist die Laune gut, nur weiße Staubwölkchen vernebeln im Übungsraum die Sicht. Schuld daran sind die Athleten, die ihre Hände noch häufiger als sonst in die Magnesia-Töpfe tauchen. Jeder Griff am Barren, Reck oder Pauschenpferd muss bei der Revanche gegen den Favoriten sitzen. Deshalb wird mit dem Einsatz des puderigen Haftmittels nicht gespart. "In Straubenhardt haben wir unsere Leistungsträger geschont, aber auch viele Dinge ausprobiert und uns die Gegner genau angeschaut. Im Finale wird es zu anderen, spannenderen Zweikämpfen kommen", prophezeit Trainer Viktor Schweizer.

Seine Trümpfe will der TG-Saar-Teamchef aus taktischen Gründen erst in Berlin ausspielen. Ob es reicht, oder ob seine Riege wie im Vorjahr Straubenhardt nach großem Kampf unterliegen wird (23:39), vermag er nicht zu sagen. "Wenn beide Teams optimal turnen, hat Straubenhardt einen Vorteil. Wir sind aber deutlich stärker geworden im Vergleich zum letzten Endkampf", betont der Landestrainer des Saarländischen Turnerbundes.

Mit der Saisonleistung seiner Mannschaft ist Schweizer schon zufrieden. Der Einzug ins Finale, das gesteckte Ziel, konnte bereits realisiert werden. Garanten für sechs klare Siege und eine mühelose Qualifikation waren wie immer die Weltklasse-Turner Anton Fokin und Eugen Spiridonov, der im Training heute keine Zeit verschwendet. Die Antwort auf die Frage, wie er die Chancen auf den dritten Titelgewinn nach 1981 und 1982 sieht, gibt der 30-Jährige, während er am Barren zwischen den Holmen schwingt. "Straubenhardt ist nicht unschlagbar. Es wird schwer, den Meister zu schlagen. Wir werden es aber versuchen", verspricht der Routinier und rechnet vor: "Wir haben mit diesem Team in den letzten fünf Jahren vier Mal am Final-Turnier teilgenommen und sind zwei Mal Vizemeister geworden. Wir wären also dran."

Und diesmal könnte es wirklich klappen. Denn so stark war die TG Saar lange nicht mehr, auch Dank Waldemar Eichorn und Ivan Bykov. Beide Mehrkämpfer haben enorme Leistungssprünge gemacht und für qualitative Breite gesorgt. "Die Niederlage in Straubenhardt ist bedeutungslos. Im Finale werden wir zeigen, was wir drauf haben. Am Samstag gilt es", sagt Ivan Bykov mit glänzenden Augen. Kleine Magnesia-Wolken steigen auf, als er sich wieder ans Reck schwingt. Die Luft in der Halle ist nach wie vor vernebelt, die Stimmung bei den TG-Saar-Turnern vor dem Finale aber positiv aufgekratzt und extrem heiter.

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"Wir sind deutlich stärker geworden im Vergleich zum letzten Endkampf."

Viktor Schweitzer, Trainer und Teamchef der

TG Saar