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Tewelde will weiter nach oben

Tewelde will weiter nach oben

Homburg. Die Stimmung auf dem Erbacher Trainingsplatz ist gelöst. Es wird viel gelacht, während die Spieler Ballstafetten mit plötzlicher Offensive einüben. Die Angriffe laufen rund. Christian Titz, Trainer des Fußball-Oberligisten FC Homburg, muss nur wenig korrigieren

Homburg. Die Stimmung auf dem Erbacher Trainingsplatz ist gelöst. Es wird viel gelacht, während die Spieler Ballstafetten mit plötzlicher Offensive einüben. Die Angriffe laufen rund. Christian Titz, Trainer des Fußball-Oberligisten FC Homburg, muss nur wenig korrigieren. Die Grün-Weißen scheinen für die Partie gegen die SV Roßbach-Verscheid heute um 20 Uhr im Homburger Waldstadion gerüstet."Nach zwei Siegen ist man lockerer", sagt Co-Trainer Taifour Diane am Rande des Platzes launig. Mit den Erfolgen gegen die SpVgg Wirges (3:1) und vor allem dem überlegen geführten 3:1 beim SV Gonsenheim, das leicht hätte ein 6:1 werden können, kam das Selbstvertrauen nach Homburg zurück. Das gilt nicht zuletzt für Jannick Tewelde, der nach eigener Aussage in Gonsenheim sein "vielleicht bestes Pflichtspiel in dieser Saison" gemacht hat.

Für den 20-Jährigen war es kein leichter Weg dorthin. Vor der Saison mit einer hartnäckigen Verletzung vom FSV Mainz 05 nach Homburg gewechselt, musste sich der offensive Außen bis zum zehnten Spieltag gedulden, ehe er beim 8:1 bei Eintracht Trier II sein Debüt geben konnte. "Es war kein einfaches Jahr in Mainz, wo ich viele Verletzungen hatte", erinnert sich der in Mannheim gebürtige Tewelde, dessen Eltern vor über 30 Jahren aus Eritrea nach Deutschland übersiedelten. Dass er bei seinen ersten Auftritten für den FCH in Vertretung des damals verletzten Ugur Dündar auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position spielen musste, sei für ihn "vorübergehend" kein Problem gewesen. Seine ideale Position sieht er aber woanders. "Ich bin ganz klar ein Offensivspieler", macht Tewelde seine Vorliebe deutlich. Angesichts der Homburger Tabellenführung geht die Blickrichtung des jungen Mannes, der mit mehreren seiner Kollegen im Spielerhaus des FCH wohnt, in Richtung Regionalliga. "Klar ist der Aufstieg in der Mannschaft ein Thema, wenn man auf Platz eins steht", sagt der 20-Jährige, der aber auch die Zurückhaltung seines Trainers in dieser Frage nachvollziehen kann: "Er hat natürlich recht, dass wir immer nur auf das nächste Spiel schauen sollen. So groß ist unser Vorsprung ja nicht", meint Tewelde. Drei Punkte liegen die Saarpfälzer vor Arminia Ludwigshafen.

Jannick Tewelde, rechts, hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in die Stammformation des FC Homburg gespielt. Heute geht es für ihn und den FCH zuhause gegen Roßbach. Foto: Mischa

Abseits des Rasens spielt Tewelde gerne Tennis oder verbringt Zeit mit seinen Kollegen in der Stadt. "Was man in dem Alter halt so macht", sagt der bekennende Bayern-Fan, dessen Vorbild Zé Roberto ist. Wo er sich in fünf Jahren sieht? "So hoch wie möglich. 2. oder 3. Liga. Ich glaube, das Talent dazu habe ich", sagt er selbstbewusst, aber ohne jede Arroganz.