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Tennis
Der Durchbruch soll 2019 kommen

Tennisprofi Katharina Hobgarski bereitet sich gerade in Saarbrücken auf die deutschen Meisterschaften in Biberach vor.
Tennisprofi Katharina Hobgarski bereitet sich gerade in Saarbrücken auf die deutschen Meisterschaften in Biberach vor. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Tennisprofi Katharina Hobgarski aus Haupersweiler hofft auf das Ende ihrer Seuchenzeit. Sie will unter die Top 100 der Welt. Von Julia Franz

Tennisprofi Katharina Hobgarski war in den vergangenen Wochen und Monaten viel unterwegs, lebte quasi aus dem Koffer. Alles nur, um ihre sportliche Karriere weiter voranzutreiben. Gerade erst ist sie von einem mit 60 000 US-Dollar dotierten ITF-Turnier aus Colina/Chile zurückgekehrt. Für die 21-jährige Saarländerin, die zu den größten Talenten in Deutschland zählt, war es das letzte Weltranglisten-Turnier in diesem Jahr – und dazu ein sehr wichtiges. Zum ersten Mal in ihrer Karriere ging sie bei einem Turnier in Südamerika an den Start und war dort dank ihrer Weltranglistenposition (aktuell 252) an Nummer eins gesetzt.


Nachdem Chile mit zwei Auftaktsiegen zunächst ein gutes Pflaster für Hobgarski zu sein schien, musste sie im Viertelfinale gegen die Chilenin Barbara Gatica beim Stand von 0:1 wegen eines verstauchten Zehs aufgeben. „2018 hatten wir eigentlich angepeilt, in der Weltrangliste unter die 200er-Marke zu kommen“, erklärt Hobgarski, die aus Freisen-Haupersweiler stammt. Nach dem von zahlreichen Krankheiten und Verletzungen durchzogenen Jahr 2017 hätte ihr der Turniersieg in Chile den lange erhofften Sprung nach vorne verschafft.

Doch wie so oft in der Vergangenheit machte ihr eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung. „Wenn ein Hoch kommt, ist das Tief bei mir nie weit weg“, sagt sie und lacht. Und die nächste Operation steht schon im Terminkalender: eine Weisheitszahn-OP am 17. Dezember. Davor startet sie zum Jahresabschluss noch bei den deutschen Meisterschaften in Biberach (9. bis 16. Dezember). Dort scheiterte sie im Vorjahr erst im Finale – und das trotz einer Notoperation wegen einer acht Zentimeter großen Zyste nur einen Monat zuvor. Diesmal soll es wieder weit gehen.



Nach dem Seuchenjahr 2017 war ihre Zielsetzung für dieses Jahr eine andere, viel ambitioniertere. Immer wieder kamen kleinere Verletzungen, Zerrungen oder eine Erkältung zum falschen Zeitpunkt dazwischen. Auf die Rasensaison hat Hobgarski in diesem Jahr komplett verzichtet – wegen ihres Körpers. „Die Phasen, in denen wir hart und intensiv trainieren konnten, waren in 2018 einfach nicht ausreichend, um auf das nächste Level zu kommen“, erklärt Carsten Marko, Verbandstrainer beim Saarländischen Tennisbund (STB).

Den ersten und einzigen ITF-Titel in 2018 feierte Hobgarski Ende September bei einem mit 25 000 US-Dollar dotierten Turnier in Santa Margherita Di Pula (Sardinien). „Für 2019 haben wir angedacht, so schnell wie möglich unter die Top 100 zu kommen“, erklärt Marko, der sich an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken hauptsächlich um Hobgarski kümmert und sie auch auf längeren Reisen wie nach Chile begleitet.

Trotz der Rückschläge immer wieder aufzustehen und weiterzumachen, zählt der 38-jährige Trainer zu Hobgarskis größten Stärken. Und dafür arbeitet sie jeden Tag hart. Beim Deutschen Tennisbund (DTB) wird die Rechtshänderin über das Porsche-Talent-Team gefördert. Bis April trainierte Hobgarski mit Bundestrainerin Jasmin Wöhr regelmäßig in Stammheim bei Stuttgart am Bundesstützpunkt. „Anfangs bin ich immer gependelt, irgendwann war das aber zu viel“, erzählt Hobgarski. Trainiert wird daher momentan hauptsächlich an der Sportschule. Der Morgen beginnt mit einer Stunde Kondition, danach stehen Tenniseinheiten auf dem Programm, zum Abschluss Krafttraining und Physiotherapie. Sechs Mal pro Woche, sonntags ist ihr freier Tag, erzählt sie.

Mit zunehmender Zeit gewinnt die Weltrangliste für Hobgarski, die seit ihrem fünften Lebensjahr Tennis spielt, an Bedeutung. Ihre bisher höchste Platzierung erreichte sie im August 2017 mit Platz 219. „Wenn sie es 2019 schafft, so gut es geht verletzungsfrei zu bleiben, bin ich sicher, dass sie ihre Ziele erreichen kann“, sagt ihr Trainer. Die Qualifikation für Wimbledon 2019 ist eines davon – wenn der Körper mitspielt.