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Tauchen ist eine faszinierende Freizeit-Beschäftigung für alle Altersstufen

Kostenpflichtiger Inhalt: Tauchen : Eintauchen in eine andere Welt

Tauchen ist eine faszinierende Freizeit-Beschäftigung. Im Saarland gibt es einen der ältesten Clubs Deutschlands.

Der Tauchsport genießt im Allgemeinen nicht unbedingt die Aufmerksamkeit, die andere Sportarten für sich beanspruchen dürfen. Dennoch gibt es im Saarland 19 Vereine, die diesen Sport betreiben. Einer der kleinsten ist der TC Delphin Saarlouis. Nur 30 Mitglieder zählt der Club, von denen etwa ein Drittel aktiv ist. Soll heißen, sie besuchen das Training im Saarlouiser Hallenbad (wenn es nicht wegen Corona gesperrt ist) und nehmen an Tauchsport-Exkursionen teil.

Jens Hünnefeld, 46 Jahre alt, Mediengestalter von Beruf, hat sich dem Tauchen seit 2007 verschrieben. Er ist nicht nur einer der zehn Aktiven, sondern auch 2. Vorsitzender der „Delphine“. Auf die Frage, wie er zum Tauchsport gekommen ist, erzählt er: „Ich habe im Urlaub eine Tauchgruppe aus dem Meer kommen sehen und mir gedacht, dass ich das auch mal gerne probieren würde. Bei der Arbeit habe ich mit einer Kollegin gesprochen, die aktive Taucherin ist, und so nahm die Sache schnell ihren Lauf.“

Hünnefeld machte Nägel mit Köpfen, absolvierte den Grundtauchschein, die Brevet-Prüfungen in Bronze, Silber und Gold. „Da erlernt man die elementarsten Dinge, die zum Tauchen gehören. Die erste und wichtigste Sache, die man immer beachten muss, ist die goldene Regel, dass man nie alleine taucht“, sagt Hünnefeld.

Rieke Neu bei Apnoe-Übungen im Hallenbad Neunkirchen. Der Tauchclub Saar aus der Hüttenstadt ist der größte im Land. Foto: Heike Gebhard-Neu

2014 ermöglichte ihm der Saarländische Tauchsport-Bund (STSB) die Ausbildung zum Trainerschein. Nach bestandener Prüfung übernahm er dann auch im Vorstand seines Clubs Mitverantwortung.

Einfach an einen See fahren und ins Wasser hüpfen, das hat mit Tauchen allerdings nichts zu tun. Denn die Vorbereitungen zu einem Tauchgang sind vielfältig. „Es geht los mit dem Überprüfen der zahlreichen Gerätschaften. Dann wird mit dem Tauchpartner besprochen, in welche Richtung der Tauchgang verlaufen soll, wie viel Zeit man in welcher Tiefe verbringt und einige Dinge mehr.“

Ein wichtiges Hilfsmittel für den Taucher ist die Tarier-Weste. Diese Weste kann mit Luft befüllt werden. Mit ihrer Hilfe kann der Taucher in jeder Tiefe seinen Auftrieb oder Abtrieb regulieren und austarieren.

„Wenn es dann losgeht, ist es für mich wie ein Eintauchen in eine andere Welt. Es ist faszinierend zu sehen, wie artenreich das Leben unter Wasser ist. Fische in ihrem Lebensraum, die Vielfalt an Wasserpflanzen. Es gibt einfach viele tolle Dinge zu sehen“, schwärmt Hünnefeld.

Die Tauchgänge der „Delphine“ führen die Sportler zumeist in die Rheinauen bei Offenburg. Dort gibt es einige Kies-Seen, die einen Tauchgang durchaus lohnen. Die Sauertal-Sperre in Luxemburg ist ebenfalls ein reizvolles Ziel für Hünnefeld und seine Kollegen. „Im Saarland gibt es nicht viele Gewässer, die mich locken“, meint der 2. Vorsitzende.

Doch derzeit liegt das Vereinsleben auch bei den Tauchern weitgehend brach, Corona lähmt auch hier die Aktivitäten. Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Sein bislang faszinierendstes Taucherlebnis hatte Hünnefeld vor den Azoren, als er auf einem Tauchgang im Meer war. „Plötzlich waren um mich herum einige Dutzend Teufelsrochen. Ich befand mich mitten im Schwarm, das war ein Moment, den werde ich im Leben nicht mehr vergessen“, gerät Hünnefeld beim Erzählen ins Schwärmen.

Doch auch anderorts wird getaucht. Wechseln wir die Örtlichkeit und gehen nach Neunkirchen. Dort wird seit fast 66 Jahren dem Tauchsport nachgegangen. Der Tauchclub Saar Neunkirchen ist der älteste und größte an der Saar. „Wir haben 188 Mitglieder, davon sind 40 unter 18 Jahre. Unser Club hat eigene Tauchlehrer, sodass man bei uns alles findet, um Tauchsport zu erlernen oder sich fortzubilden“, sagt Werner Sänger, der 1. Vorsitzende des Clubs. Sänger ergänzt: „Deutschlandweit sind wir einer der ältesten Clubs, die den Tauchsport ausüben.“ Die fast 50-köpfige Nachwuchs-Abteilung wird von Jugendwartin Heike Gebhard-Neu geführt. Der Name „Neu“ist im saarländischen Tauchsport gut bekannt. Horst Neu, der vor acht Jahren verstorbene Mann von Heike, war lange Jahre Präsident des Saarländischen Tauchsport-Bundes.

Mit Tochter Rieke (12) steht schon die nächste Generation am Start, die sich unter Wasser (fast) wie zu Hause fühlt. In drei Gruppen werden die Jugendlichen mit mit dem nassen Element vertraut gemacht – vom Schwimmen-Lernen, geht es über den Gebrauch von Flossen, Maske und Schnorchel bis hin zum Heranführen an Wettkämpfe.

TC Delphin Saarlouis: Ansprechpartner: Markus Witzmann, E-Mail: Ausbildung@tauchclub-delphin-saarlouis.de. www.tauchclub-delphin-saarlouis.de
Tauchclub Saar Neunkirchen: Ansprechpartner: 1. Vorsitzender: Werner Sänger, E-Mail: 1_vorsitzender@tc-saar.de“ Jugendwart: Heike Gebhard-Neu, E-Mail: Jugendwart@tc-saar.de www.tc-saar.de