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Talent Feigenbutz darf im Frühjahr um WM-Titel boxen

Talent Feigenbutz darf im Frühjahr um WM-Titel boxen

Er gilt als eines der größten Box-Talente in Deutschland. An diesem Samstag steht dem 20-jährigen Vincent Feigenbutz die erste echte Bewährungsprobe bevor. An einen Platzer glaubt niemand, die Zukunft ist schon geplant.

Profiboxer Vincent Feigenbutz darf im nächsten Frühjahr um den regulären WM-Titel im Supermittelgewicht kämpfen. Das habe der in Panama ansässige Weltverband WBA mitgeteilt, informierte der Berliner Sauerland-Stall. Der 20 Jahre alte Karlsruher hat das Recht, bis Ende April 2016 gegen den Sieger des Kampfes zwischen Weltmeister Fjodor Tschudinow aus Russland und dem Kölner Felix Sturm anzutreten. Dieses Duell muss dann laut WBA bis Ende Januar ausgetragen werden. Tschudinow hatte Sturm vor fünf Monaten im Kampf um den vakanten WBA-Titel im Supermittelgewicht nach Punkten besiegt. Die WBA ordnete jedoch einen Rückkampf an, obwohl Sturm seine deutliche Niederlage eingestanden hatte.

Feigenbutz verteidigt an diesem Samstag (22.30 Uhr/Sat.1) in Karlsruhe seinen Titel als Interimsweltmeister der WBA. Gegner ist der Italiener Giovanni de Carolis. "Das wird für mich ein Kampf wie jeder andere zuvor. Ich gehe in den Ring und haue ihn um", sagte der "K.o.-Prinz", der zudem ankündigte: "Ich will alle Titel haben." Sein Teamkollege Arthur Abraham besitzt den WBO-Gürtel in dieser Gewichtsklasse. "Nicht so eine große Klappe haben", ermahnt Abraham den frechen Emporkömmling.

Feigenbutz hat von seinen 21 Profikämpfen 20 gewonnen, davon 19 durch Knockout. Er ist einer der größten Hoffnungsträger im Sauerland-Stall, wird aber in der unabhängigen Weltrangliste (boxrec) wegen schwacher Gegner nur auf Rang 35 geführt. Der Saarländer Jürgen Doberstein ist hier auf Platz 40 notiert.

Legendär sind Feigenbutz' Trainingsmethoden nach Rocky-Balboa-Manier. Vor jedem Kampf reist Feigenbutz zum Überlebenstraining in die slowenischen Berge. Dort besitzt sein Manager und Entdecker Rainer Gottwald ein Hotel. Feigenbutz muss Holz hacken, mit bloßen Händen Fische fangen oder eine Nacht in freier Wildbahn verbringen. Auch zog er schon seinen Trainer in einem Schlitten bei Eiseskälte über die schneebedeckte Hochebene. Solche Geschichten helfen, die Popularität des Feinmechaniker-Azubis der Karlsruher Stadtwerke zu steigern.