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FCS startet in Champions League
Mit taiwanesischer Hilfe zu neuen Erfolgen

Der taiwanesische Neuzugang Liao Cheng Ting ist seit Anfang der Woche in Saarbrücken.
Der taiwanesische Neuzugang Liao Cheng Ting ist seit Anfang der Woche in Saarbrücken. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken startet diesen Freitag in die Champions League. Erstmals ist auch Liao Cheng Ting im Kader. Von Ralph Tiné

Es ist personell gesehen ein ständiges Auf und Ab für den 1. FC Saarbrücken in der noch jungen Saison. In den ersten drei Spielen in der Tischtennis-Bundesliga musste der FCS aufgrund einer Schulteroperation von Tomas Polansky seinen Kader notgedrungen mit Tobias Rasmussen und Patrik Zatowka aus der zweiten Mannschaft auffüllen. Wenn der FCS an diesem Freitag um 19 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle gegen VS Angers in die Champions League einsteigt, gibt es dagegen ein ungewohntes Überangebot an Spielern.


Der 18-jährige Rumäne Cristian Pletea, der per Zweitspielrecht nur in der Champions League für den FCS antritt, wird dabei sein. Außerdem steht erstmals der Neuzugang Liao Cheng Ting zur Verfügung. Der Taiwanese, der einen Vertrag über mindestens zwölf Saisonspiele beim FCS unterschrieben hat, ist seit Anfang der Woche in Saarbrücken, wo er sich auf seinen ersten Einsatz vorbereitet. Ob dieser am Freitag oder erst am Sonntag um 15 Uhr im Bundesliga-Spiel beim TSV Bad Königshofen erfolgen wird, ist laut Slobodan Grujic „noch nicht sicher“. „Die Jungen sollen alle ihre Chancen erhalten. Wir haben ihnen auch zugesichert, dass sie Einsätze bekommen“, sagt der Saarbrücker Trainer.

Das klingt danach, dass Pletea in der Champions League den Vorzug erhalten dürfte und Liao erst zwei Tage später zu seinem Debüt kommt. Diese Lösung spräche auch für die Strategie der Saarbrücker, in der „Übergangs-Saison“ nach der drastischen Verjüngung der Mannschaft den Fokus auf die nationale Liga zu legen. „In der Bundesliga wollen wir alles versuchen. In der Champions League geht es vor allem darum, dass die Jungen Erfahrungen sammeln“, beschreibt Grujic die sportliche Ausrichtung.



So liegen die Hoffnungen der Saarbrücker, trotz der extremen Verjüngung auch in dieser Saison die Bundesliga-Playoffs zu erreichen, nicht zuletzt auf dem 22-jährigen Taiwanesen. Die Einschätzung des sportlichen Leiters des FCS, Erwin Berg, der Liao „ungefähr auf dem Level von Tiago Apolonia“ sieht, teilt Grujic. „Die Spielstärke schätze ich ähnlich ein. Allerdings fehlt Liao natürlich noch die entsprechende Erfahrung. Und er kennt die Bundesliga noch nicht“, zieht der Trainer den Vergleich zu Apolonia, der den FCS im Sommer verlassen hat.

Liao selbst, der zum ersten Mal in der deutschen Bundesliga spielt, sagt: „Die Mannschaft kann ich noch nicht einschätzen, dafür bin ich noch nicht lange genug hier. Aber ich werde alles dafür tun, damit wir Erfolg haben.“ Grundsätzlich will der vom schwedischen Erstligisten BTK Kävlinge gekommene Spieler, der dort mit einer beeindruckenden 15:2-Bilanz auf sich aufmerksam machte, „mit dem FCS so weit wie möglich nach vorne, am liebsten bis in die Playoffs“. Persönlich will der Taiwanese, der aktuell Platz 53 in der Weltrangliste belegt, wieder seine bisherige Topplatzierung erreichen: „Im Juli stand ich auf Platz 36, da will ich wieder hin.“

Bis Dezember wird Liao durchgehend in Saarbrücken bleiben, bevor er für sein Sportstudium wieder nach Taiwan reist. Bestätigt er bis dahin die Hoffnungen in ihn, könnte er einen wichtigen Beitrag zu einem erfolgreichen Übergang vom alten zum neuen FCS leisten.