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Noch zählen die FCS-Frauen
Diane träumt vom Trainer-Job in Guinea

Taifour Diane ist bereits in seiner fünften Saison Trainer der Frauen des 1. FC Saarbrücken. Der Aufstieg in die Bundesliga ist seither das große Ziel.
Taifour Diane ist bereits in seiner fünften Saison Trainer der Frauen des 1. FC Saarbrücken. Der Aufstieg in die Bundesliga ist seither das große Ziel. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der 45-Jährige steht mit den FCS-Frauen an der Tabellenspitze der 2. Liga. Noch immer hofft er auf die Fußballlehrer-Lizenz. Von David Benedyczuk

Das erste Mal habe er sich als Spieler von Alemannia Aachen mit dem Trainer-Dasein beschäftigt, verrät Taifour Diane. Das war 2002, nachdem der Ex-Fußballprofi eine schwere Knieverletzung erlitten und beim damaligen Zweitligisten keine Zukunft mehr hatte: „Da gab es diesen Hintergedanken, also habe ich 2003 in kürzester Zeit die C-Lizenz gemacht“, erzählt der 45-Jährige, der im August in seine fünfte Saison als Trainer der Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken gestartet ist – und zwar sehr erfolgreich. Die FCS-Frauen stehen nach drei klaren Siegen an der Spitze der neuen eingleisigen 2. Bundesliga und wollen diese im Heimspiel gegen den FSV Gütersloh am Sonntag um 11 Uhr auf dem Saarbrücker Kieselhumes verteidigen.


„Wir wollen unseren Lauf fortsetzen“, sagt Diane. Ob dieser sogar in der Bundesliga-Rückkehr enden kann, da ist der gebürtige Guineer, der auch deutscher Staatsbürger ist, vorsichtig. „Wir sind alle froh über den Start, nach nur drei Spielen aber gut beraten, auf dem Boden zu bleiben“, sagt Diane. Perspektivisch sei der Aufstieg sicherlich ein Ziel und dem Verein nur zu wünschen. Allerdings habe das Team an sich Luft nach oben. „Wir haben vorletztes Jahr mit der Entwicklung begonnen“, sagt er zum Neubeginn der Arbeit mit Co-Trainerin Sarah Kolasinac und Frauen-Abteilungsleiter Winfried Klein, nachdem Diane ab März 2016 kurzzeitig die Regionalliga-Männer als Nachfolger von Falko Götz übernommen hatte. Er sei ein Verfechter der fußballerischen Lösung, „spielerisch starker Ballbesitz-Fußball, der zielgerichtet ist“, skizziert Diane. Dazu gehöre eine stabile Abwehr als Fundament, um die richtige Balance zu gewährleisten.

Gerade darin sieht er Nachholbedarf: „Wir lassen noch zu viele Chancen zu“, sagt Diane. Wobei das für ein junges Team irgendwo normal sei. Dieses müsse sich eben entwickeln – so wie er sich nach seiner Spielerkarriere, die ihn 1990 vom Horoya AC aus Guinea erst in die USA zu den Colorado Foxes und 1993 dann zu Bayer Leverkusen und nach Deutschland geführt hatte, als Trainer erst entwickeln musste.



Dianes erste Station war 2009 der Kreisligist Zelos St. Ingbert: „Dort habe ich meine ersten Erfahrungen als Trainer gemacht. Ich hatte viel Spaß und habe viel für meine weitere Laufbahn mitnehmen können“, sagt Diane. 2010 erlangte er die B-Lizenz und wurde Co-Trainer von Alfred Kaminski, damals Trainer des FC Homburg. Nach der Profi-Karriere hatte Diane als Rezeptionist im Victor’s-Hotel des damaligen Homburger Hauptsponsors Hartmut Ostermann gearbeitet, als er von Kaminski die Assistenztätigkeit angeboten bekam.

Im April 2011 übernahm er kurz den Chefposten, der folgende Regionalliga-Abstieg sei „die erste bittere Erfahrung als Trainer“ gewesen, ehe er zur Rückrunde 2013 nach drei Gastspielen als Spieler erstmals in Trainerfunktion zum FCS zurückkehrte. Als Assistent von Winfried Klein, mit dem er nach wie vor ein bestimmtes Anliegen verfolgt: Sein Wunsch sei es, „mit dem FCS in die Bundesliga aufzusteigen und dann vielleicht den nächsten Schritt zu machen“, sagt Diane.

Den Schritt hin zum großen Ziel: „Mein Traum ist es, Guineas Nationalteam zu trainieren. Ich hoffe, es dauert bis dahin nicht mehr so lange“, verrät er. 2023, wenn der Afrika-Cup in Guinea stattfindet, wäre sicher kein schlechter Zeitpunkt. Einer Umstellung von Frauen- auf Männerfußball steht er bedenkenlos gegenüber: „Klar gibt es Unterschiede in Athletik und Schnelligkeit, ein Problem sehe ich da aber nicht.“ Problematischer liefen seine Versuche, die Fußballlehrer-Lizenz zu erlangen. „Das will ich auf jeden Fall noch mal versuchen“, sagt Diane nach drei vergeblichen Anläufen, als er nach bestandenem Aufnahmetest keinen Platz im Lehrgang bekam. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal dann ja nicht nur damit, sondern auch mit dem FCS in Sachen Bundesliga-Aufstieg.