Tage wie diese . . .

Auersmacher/Brebach. Jörn Birster ist ein emotionaler Mensch. Am kommenden Sonntag wird er einen, wenn nicht sogar den emotionalsten Moment seiner Karriere als Fußballer und Trainer des Saarlandligisten SV Auersmacher erleben. Das Heimspiel gegen den SC Halberg Brebach (15 Uhr) ist sein letztes als SVA-Trainer. Und ein Knaller: der Tabellenerste Brebach gegen den Zweiten Auersmacher

Auersmacher/Brebach. Jörn Birster ist ein emotionaler Mensch. Am kommenden Sonntag wird er einen, wenn nicht sogar den emotionalsten Moment seiner Karriere als Fußballer und Trainer des Saarlandligisten SV Auersmacher erleben. Das Heimspiel gegen den SC Halberg Brebach (15 Uhr) ist sein letztes als SVA-Trainer. Und ein Knaller: der Tabellenerste Brebach gegen den Zweiten Auersmacher. Eine Woche später folgt das letzte Auswärtsspiel in Limbach."Ich erwische mich hin und wieder, wie mir mögliche Bilder vom Sonntag durch den Kopf gehen. Das verursacht schon ein äußerst komisches Gefühl in der Magengegend", sagt Birster und verrät, dass ein solcher Moment zuletzt durch Radiohören ("Tage wie diese", Die Toten Hosen) im Auto hervorgerufen wurde. Dennoch versucht er, abzulenken: "Aber am Sonntag geht es nicht um mich, sondern um dieses Spiel. Es ist wunderbar, dass dieses letzte Heimspiel ein absolutes Knallerspiel ist." Mit seiner Mannschaft stehe er im Vergleich zum SC Halberg Brebach unter einem "wahnsinnigen" Druck. Fünf Punkte Rückstand bei noch zwei ausstehenden Spielen sprechen für sich. "Beide haben bisher eine hervorragende Saison gespielt. Nur aus unserer Sicht muss die Sache nicht unbedingt an diesem Wochenende entschieden werden", meint Brebachs Trainer Bernd Eichmann nüchtern.

Auch Zahlen und Fakten sind nüchtern. In Bezug auf Jörn Birsters Bilanz beim SV Auersmacher erzählen sie allerdings eine bemerkenswerte Geschichte: In den vergangenen 28 Jahren stand Birster allein in über 400 Ligaspielen als Aktiver und in den letzten elf Jahren bisher in 353 Meisterschaftsspielen (ausgenommen Pokal- und Freundschaftsspiele) als Trainer für den SVA auf dem Fußballplatz. Im Schnitt holte er mit dem SVA 1,8 Punkte pro Spiel, stieg bisher zwei Mal in die Oberliga auf (1995 und 2009) und gewann vier Mal das Hallenmasters (1995, 2005, 2010 und 2011). "Für mich war es in dieser Saison wichtig, zu zeigen, dass wir noch Fußball spielen können. Der Abstieg aus der Oberliga vor einem Jahr war schon bitter", reflektiert Birster und findet, "dass wir jetzt schon sagen können, dass diese Saison für uns ein Erfolg war und für mich ein optimaler Zeitpunkt ist, um aufzuhören." Das heißt nicht, dass der Aufstieg schon abgeschrieben wäre: Gewinnt der SVA seine beiden letzten Spiele und verliert Brebach beide, ist Auersmacher Meister. Sind beide Teams nach dem letzten Spieltag punktgleich, gibt es ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz. "Wir haben etwas gutzumachen, wir wurden dort beim 1:4 vorgeführt", erinnert sich der 41-jährige Polizist an das Hinspiel und kündigt an: "Ich bin davon überzeugt, dass wir Brebach zu Hause schlagen werden. Das erwarte ich auch für unser Selbstwertgefühl."

Das Hinspiel spielt in den Gedanken von Brebachs Leiter der Aktivenabteilung, Jörg Gossert, keine Rolle mehr: "Wir sind relativ entspannt, weil wir ja zwei Matchbälle haben", sagt er und ergänzt: "Die Meisterschaft zu holen, wäre für uns alle gigantisch." Egal, wie es ausgeht - tote Hose dürfte im SVA-Clubheim nicht herrschen. Im Gegenteil: Vielleicht läuft das Lied "Tage wie diese" und Birster erlebt seinen emotionalsten Moment in Auersmacher. "Beide haben bisher eine hervorragende Saison gespielt."

Brebachs Trainer

Bernd Eichmann