| 21:19 Uhr

Deutschland-Rallye
Tänak hängt die Favoriten ab

Nur Fliegen ist schöner: Weltmeister Sébastien Ogier hebt mit seinem Ford Fiesta auf der Wertungsprüfung Mittelmosel ab.
Nur Fliegen ist schöner: Weltmeister Sébastien Ogier hebt mit seinem Ford Fiesta auf der Wertungsprüfung Mittelmosel ab. FOTO: Eibner-Pressefoto
Saarbrücken. Este führt bei der Deutschland-Rallye vor Ogier und Neuville.

Ott Tänak begab sich nach seinem dominanten ersten Tag bei der Deutschland-Rallye in die Rolle des unterkühlten Nordeuropäers. „Ich kann mich nicht beschweren“, sagte der Este nach einem herausragenden Tag schlicht. Fünf der sechs Prüfungen am Freitag entschied er für sich, hinzu kommt der Sieg bei der Zuschauerprüfung am Donnerstagabend. Da konnten selbst Weltmeister Sébastien Ogier und der WM-Führende Thierry Neuville nicht mithalten. Bereits im Vorjahr hatte Tänak im Saarland triumphiert. Nun spricht viel für eine Wiederholung.


„Heute Morgen hatte es sich nicht perfekt angefühlt, aber die Zeiten waren trotzdem gut. Ich genieße es gerade sehr“, sagte Tänak. Er führt mit 12,3 Sekunden vor Ogier. Der Franzose, der in der Gesamtwertung der WM 21 Punkte hinter seinem belgischen Widersacher Neuville liegt, benötigt dringend Siege, um seinen sechsten Titelgewinn in Folge nicht aus den Augen zu verlieren. Im Saarland hat er Neuville bislang zwar im Griff, doch das ist angesichts der Leistungen Tänaks nur ein schwacher Trost. Dass dieser wiederum in der WM als Dritter mit 46 Punkten Rückstand auf Neuville trotz zweier Saisonsiege kaum noch Chancen auf den Titel hat, liegt an fehlender Konstanz. Viermal beendete Tänak eine Rallye in dieser Saison auf Platz neun oder schlechter.

Konstanz ist in diesem Jahr die große Stärke von Thierry Neuville. Er kam bei jeder Rallye in die Punkte, bei fünf der acht Veranstaltungen schaffte es der 30-Jährige auf das Podium. Mehr als Platz drei scheint für den Hyundai-Fahrer bei der diesjährigen Rallye Deutschland aber nicht möglich zu sein. Er gewann noch keine einzige Prüfung und verlor sukzessive den Anschluss an Ogier und Tänak. Am Ende des Tages steht ein Rückstand von 27,4 Sekunden.



Marijan Griebel aus Hahnweiler, der sein Debüt in der höchsten Fahrzeugklasse mit einem älteren Citroën feiert, liegt nach dem ersten Tag auf dem zwölften Platz. Sein Rückstand beträgt bereits 4:12,7 Minuten. Für seine Zielsetzung, unter die Top Zehn zu fahren, ist er auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

An diesem Samstag steht unter anderem die legendäre Panzer­platte im pfälzischen Baumholder gleich mehrfach auf dem Programm der Deutschland-Rallye. Auf der berühmt-berüchtigten Sprungkuppe Gina dürfte es spektakulär zugehen. Die Wertungsprüfungen Freisen und Römerstraße gehören zu den schnelleren Abschnitten des deutschen WM-Laufs. Am Final-Sonntag der Deutschland-Rallye geht es noch einmal in die Weinberge zur Wertungsprüfung Grafschaft mit vielen Spitzkehren. Die Entscheidung fällt dann direkt vor den Toren der Stadt St. Wendel in der Wertungsprüfung Bosenberg, ehe ab 13 Uhr in St. Wendel auf dem Schlossplatz der Sieger geehrt wird.