Paderborn chancenlos in Elversberg Kwasniok redet sich nach dem Spiel in Rage

Elversberg · Trainer des SC Paderborn rechnet nach der Niederlage bei der SV Elversberg schonungslos mit einzelnen Spielern ab.

 Paderborns Trainer Lukas Kwasniok (Mitte) wechselt in der zweiten Halbzeit Florent Muslija (links) und den Ex-Saarbrücker Adriano Grimaldi ein, doch die SV Elversberg ist an diesem Tag einfach zu stark.

Paderborns Trainer Lukas Kwasniok (Mitte) wechselt in der zweiten Halbzeit Florent Muslija (links) und den Ex-Saarbrücker Adriano Grimaldi ein, doch die SV Elversberg ist an diesem Tag einfach zu stark.

Foto: Thomas Wieck

Während die Elversberger nach dem Zweitliga-Spiel am Samstag ihren 4:1-Heimsieg feierten und aus der Kabine laute Partymusik donnerte, knallte es bei den Paderbornern auch – aber nicht in der Kabine, sondern auf der Pressekonferenz. „Wir haben das schon die gesamte Saison über“, sagte Lukas Kwasniok: „Wir haben noch nicht ein Spiel über 90 Minuten absolut gut bestritten. Der eine hat ein Problem mit dem Ball und der andere mit der Lauffähigkeit. Der ein oder andere ist aktuell nicht gut genug, um in der 2. Bundesliga dafür zu sorgen, dass wir Punkte holen.“

Paderborns Trainer redete sich mal richtig den Frust von der Seele und in Rage. Er hatte unter der Woche schon das Problem, dass Topspieler Florent Muslija erschöpft von drei Länderspielen mit dem Kosovo zurückkam und, wie Kwasniok sagte, die Verletzungsgefahr zu groß gewesen sei, um ihn von Beginn an zu bringen. Unmittelbar vor dem Spiel verletzte sich auch noch Abwehrspieler Visar Musliu beim Aufwärmen. Für ihn rückte Tobias Müller in die Fünfer-Abwehrkette, und der sah bei beiden Toren von Luca Schnellbacher nicht gut aus.

Müller äußerte sich nach dem Spiel noch relativ neutral und sagte: „Wir waren in der ersten Halbzeit schon nicht gut, und nach der Pause waren wir viel zu löchrig.“ Kwasniok hingegen nannte schonungslos Ross und Reiter. „Schnellbacher war heute einfach besser als Müller – Punkt! Ich weiß, dass immer alles an den Trainern festgemacht wird. Du versuchst, Schwächen zu kaschieren, und versuchst, den Jungs zu helfen, aber wir waren einfach nicht gut genug“, sagte Kwasniok.

Bei der Analyse des Elversberger Tors zum 2:1 durch Schnellbacher bekam auch Torhüter Jannik Huth sein Fett weg. Der 29-Jährige war weit aus seinem Tor herausgekommen, lief dann nur bis an die Strafraumgrenze zurück und wollte dort Schnellbacher stellen. Schnellbacher schoss den Ball aber an Huth vorbei ins Tor. „Verdammt noch mal: So wie Spieler in Zweikämpfe reingehen müssen, muss auch ein Torhüter einen Ball halten. Der hat dort nichts verloren, und das ist eine entscheidende Situation“, sagte Kwasniok sichtlich erregt.

Dass von ihm von Spieltag zu Spieltag überraschende taktische Dinge kommen können, wissen seine Spieler. Ob die Defensiv-Taktik gegen Elversberg das richtige Mittel war, darf nach dem Spiel bezweifelt werden. Durch die Fünfer-Abwehrkette fehlte ein Offensivspieler – und somit konnten die Paderborner die Elversberger eigentlich nie wirklich unter Druck setzen. Was noch viel schlimmer war: Die beiden Mittelfeldspieler der SVE, Robin Fellhauer und Semih Sahin, hatten nur einen Gegenspieler und konnten sich regelmäßig abwechselnd ins Spiel nach vorne einschalten. Fellhauer und Sahin waren in der Entstehung an allen Toren beteiligt. Erst als das Spiel mit dem 4:1 in der 61. Minute entschieden war, brachte Kwasniok Muslija und den kopfballstarken Adriano Grimaldi. „Ich hatte vor dem Spiel große Sorgen, wie wir das verteidigen können, aber dann haben beide nicht gespielt“, sagte SVE-Trainer Horst Steffen. Und Schnellbacher meinte: „Ich war von der Aufstellung überrascht. Muslija schießt extrem gute Standards, und Grimaldi ist kopfballstark. Die hätten uns wehtun können.“

Die späten Kwasniok-Wechsel verpufften, die SVE Elversberg hatte sogar noch richtig gute Chancen, das Ergebnis noch ein, zwei Tore höher zu gestalten. Auch wenn Kwasniok nach dem Spiel sagte, dass für ihn das Ergebnis um ein Tor zu hoch ausgefallen sei.

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