SVE-Trainer Steffen muss Erfolgs-Mannschaft gegen Ulm komplett umbauen

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Regionalliga Südwest : SVE-Trainer Steffen wird notgedrungen zum Bastel-Künstler

Im Topspiel der SV Elversberg gegen den SSV Ulm sind das zentrale Mittelfeld mit Kapitän Dürholtz und Dragon sowie Stürmer Williams gesperrt.

Normalerweise stand der Plan der SV Elversberg für das kommende Wochenende längst fest. Das schwere Heimspiel gegen den Tabellenfünften SSV Ulm gewinnen und dann zum Dritten TSV Steinbach schauen, der den Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken zu Gast hat. Im günstigsten Falle würde der Rückstand der SVE auf den FCS am Samstagabend nur noch zwei Punkte betragen. Doch nach dem 3:2-Auswärtssieg der SVE in Gießen ist plötzlich alles anders.

Die Partie gegen den SSV Ulm scheint zur Mammutaufgabe zu werden. Der Grund sind die personellen Ausfälle. Stürmer Del Angelo Williams ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Es ist das kleinste Übel, denn Williams kann durch Thomas Gösweiner nahezu eins zu eins ersetzt werden. Die richtige Baustelle gibt es im zentralen Mittelfeld. Mit Kapitän Luca Dürholtz (Gelb-Rot) und Patryk Dragon (Fünfte Gelbe) fehlt das Herzstück der SVE.

Der extrem ballsichere Dürholtz eröffnet das SVE-Spiel mit klugen Pässen, Dragon ist der Zweikämpfer, der in der Luft alles abräumt und zudem bei Standards Torgefahr mitbringt. „Unsere Offensive wird zurecht in den höchsten Tönen gelobt, doch was dahinter passiert, sehen die wenigsten. Mit Luca und Patryk fehlen uns zwei extrem wichtige Spieler“, sagt Trainer Horst Steffen.

Eine Situation, die auch für den 50-Jährigen nicht ganz einfach ist. „Ich hatte auf der Rückfahrt von Gießen schon einen Plan im Kopf, aber den habe ich wieder verworfen. Es gibt einen neuen Plan, aber der wird nicht verraten“, sagt Steffen.

Einer der beiden neuen Sechser wird wohl Robin Fellhauer sein. Der 21-Jährige wurde gegen Gießen in der Halbzeit für den schwächelnden Innenverteidiger Mike Eglseder eingewechselt und machte seine Sache in der Abwehr sehr gut. Beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 II spielte Fellhauer in der zweiten Halbzeit Sechser. „Ich habe bis zur U19 nur Sechser gespielt und erst danach in der Innenverteidigung. Mir ist es relativ egal, wo ich spiele. Wir wissen alle, dass es ohne die drei schwer wird, wir wissen aber auch, dass wir eine enorme Qualität in unserem Kader haben“, sagt Fellhauer.

Neben ihm gibt es drei Alternativen – Mirza Mustafic (21), Theodoros Politakis (21) und Gaëtan Krebs. Der ist mit 33 Jahren der Erfahrenste, könnte aber Probleme bei dem laufintensiven Pressing der SVE bekommen. Von daher spricht vieles für Mustafic, der von allen drei der dynamischste ist. An der Taktik wird übrigens nicht viel gebastelt. „Jeder weiß, wie unser Spiel funktioniert. Und jeder kann es spielen. Wir werden in dieser Woche natürlich noch intensiver trainieren, damit alle in die perfekten Abläufe kommen“, erklärt Trainer Steffen.

Auf diversen Statistikseiten im Internet wurde in dieser Woche auch Linksaußen Sinan Tekerci mit fünf Gelben Karten geführt. Doch der Super-Gau vom vierten Ausfall blieb aus. „Wir haben unsere Statistik und mit der des DFB verglichen. Sinan hat erst drei Gelbe Karten und kann spielen“, erklärt Steffen. Dennoch darf er das Zusammenbasteln einer neuen Mannschaft schon mal üben. Mit Lukas Kohler und Torben Rehfeldt haben zwei Spieler schon vier Mal Gelb gesehen, und mit Manuel Feil, Fellhauer, Thomas Gösweiner, Tekerci, Oliver Oschkenat und Mike Eglseder bringen es sechs Spieler auf je drei Gelbe Karten.