| 20:22 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
SV Röchling ziert nun das Tabellenende

Ein symptomatisches Bild: Der Völklinger Felix Dausend liegt gegen die Übermacht aus drei Ulmern am Boden.
Ein symptomatisches Bild: Der Völklinger Felix Dausend liegt gegen die Übermacht aus drei Ulmern am Boden. FOTO: Ruppenthal
Völklingen. Der Fußball-Regionalligist verliert sein Heimspiel gegen Ulm und rutscht weiter ab. Der Abstieg rückt näher. Von Ralph Tiné

Tobias Flitsch brachte es kurz und prägnant auf den Punkt. „Vorsichtig gesagt war das heute mehr Kampf und Krampf als Fußball“, kommentierte der Trainer des SSV Ulm den unansehlichen 2:0-Sieg beim SV Röchling Völklingen am Samstagnachmittag. Damit bleibt der saarländische Regionalliga-Aufsteiger auch im zehnten Spiel in Folge ohne Sieg.


„Wir sind vor dem gegnerischen Tor einfach zu harmlos. Da fehlt einiges, um ein Spiel zu gewinnen“, beschreibt Trainer Günter Erhardt das größte Manko des SV Röchling, der durch den Punktgewinn des KSV Hessen Kassel bei der SV Elversberg (1:1) auf den letzten Tabellenplatz durchgereicht wurde. So bitter es ist: Die Völklinger müssen sich auf einen Abstieg in die Oberliga einstellen, das ist nach der Niederlage am Samstag unvermeidlich.

Die gerade einmal knapp 150 Zuschauer im Hermann-Röchling-Stadion sahen bei eisigen Temperaturen ein Spiel, das kaum Regionalliga-Niveau erreichte. Die erste Halbzeit bestand fast ausschließlich aus Zweikämpfen im Mittelfeld, ohne dass ein Team dem gegnerischen Tor wirklich nahe kam. Die einzigen nennenswerten Szenen waren ein vom Ulmer Torwart Holger Betz parierter Freistoß von Nico Zimmermann in der 28. Minute sowie ein Außennetztreffer von Felix Dausend (36.). Die größte Chance hatte der SV Röchling nach dem Seitenwechsel, als Dausend in der 49. Minute aus spitzem Winkel selbst abschloss, dabei aber den besser postierten Milan Ivana in der Mitte übersah.

„Da fehlt dann einfach der letzte Pass und die letzte Konsequenz, um ein Tor zu machen“, kommentierte Erhardt mit desillusioniertem Gesichtsausdruck die Situation. Zwei Minuten später entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Ulm, nachdem der nach seiner Fersenverletzung in die Mannschaft zurückgekehrte Moritz Zimmer im eigenen Strafraum den Ball mit der Hand spielte. „Der köpft mir den Ball aus einem Meter an den Arm. Es gibt genug Schiris, die so etwas nicht pfeifen. Aber das passt halt in unsere Situation“, sagte Zimmer mit betretener Miene. Ardian Morina nutzte die Gelegenheit und verwandelte den Elfer gegen Torwart Maxime Crahay, der erstmals in der Startelf stand, eiskalt zum 1:0 für den SSV.

Vielleicht wäre das Spiel anders gelaufen, hätte Mike Andreas eine Minute danach den Ausgleich erzielt. Doch der Völklinger Mittelfeldmann verpasste die Hereingabe von Zimmermann um Haaresbreite. Stattdessen markierte Ulms Steffen Kienle nach einem Eckball in der 57. Minute per Kopf den 2:0-Endstand. Die Gastgeber hatten der Ulmer Führung in der Offensive nichts mehr entgegenzusetzen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit immer nur mit langen Bällen nach vorne gespielt und es dem Gegner damit zu leicht gemacht“, sagte Erhardt zu der Unbeholfenheit, mir der sein Team im Spiel nach vorne agierte.



Für den SV Röchling schwinden die Chancen auf den Klassenverbleib zunehmend. Bei nur noch neun verbleibenden Spielen liegt die Mannschaft zehn Punkte hinter dem wahrscheinlichen ersten Nichtabstiegsplatz 15.

„Wenn man es realistisch betrachtet, wird es für uns sehr schwer“, meinte der erste Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Brenner. Mike Andreas sagte zwar, es sei „noch alles drin“ im Abstiegskampf. Seinem finsteren Gesichtsausdruck war allerdings anzusehen, dass dabei mehr Trotz als echte Zuversicht aus dem 21-Jährigen sprach. Auch Zimmer wollte von einer Vorentscheidung im Abstiegskampf noch nichts wissen: „Die Hoffnung bleibt auf jeden Fall bestehen. Aufgeben ist für uns keine Option.“