| 17:50 Uhr

SV Elversberg
Von neuer Gier ist noch nichts zu sehen

Die SV Elversberg um Außenverteidiger Lukas Kohler (rechts) erlebte bei der TSG Balingen trotz des Trainerwechsels die dritte Niederlage in Folge ohne eigenes Tor. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Kohler.
Die SV Elversberg um Außenverteidiger Lukas Kohler (rechts) erlebte bei der TSG Balingen trotz des Trainerwechsels die dritte Niederlage in Folge ohne eigenes Tor. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Kohler. FOTO: Heiko Lehmann
Balingen. Regionalligist SV Elversberg verliert sein erstes Spiel unter Neu-Trainer Horst Steffen mit 0:2 bei der TSG Balingen. Von Heiko Lehmann

Neue Besen kehren ja angeblich sehr gut. Trotzdem braucht offenbar auch ein neuer Besen viel Zeit, wenn der Dreckhaufen besonders groß ist. Die SV Elversberg hat mit ihrem neuen Trainer Horst Steffen bei der TSG Balingen mit 0:2 verloren. Es war die dritte Niederlage in Folge ohne eigenes Tor – und es war bereits die achte Saisonniederlage nach 16 Spielen. Schlechter spielte die SVE bislang nur in der Saison 1996-1997, als der Verein nach dem Aufstieg gleich wieder aus der Regionalliga (West) abstieg.


Vor 1094 Zuschauern in Balingen gab es jedoch auch zwei positive Aspekte im SVE-Spiel. Beim seit Wochen fürchterlichen Spielaufbau der SVE hat sich etwas getan. Entweder schaltete sich Torhüter Frank Lehmann mit in den Aufbau ein, um eine noch größere Überzahl zu schaffen, oder der Ball wurde in der eigenen Hälfte schnell von der einen auf die andere Seite gespielt, um danach mit einem weiten Diagonalball tief in die gegnerische Hälfte zu kommen. Die Aufbauvarianten klappten das ein oder andere Mal, doch danach fehlte in der Offensive ganz viel Kreativität. „Wir arbeiten erst seit einer Woche zusammen. Wir werden die nächsten Schritte nach und nach einstudieren, aber das braucht Zeit“, erklärte Horst Steffen nach dem Spiel.

Der zweite positive Aspekt war ein Hauch von Dominanz am Ende der ersten und zu Beginn das zweiten Halbzeit, als die SVE schnell und direkt mit Kurzpassspiel nach vorne spielte. Hieraus resultierte in der 47. Minute auch die einzige herausgespielte Torchance der Elversberger. Manuel Feil passte flach und schnell in die Mitte zu Sinan Tekerci, doch der 25-Jährige schoss aus 14 Metern freistehend neben das Tor. Vor der Pause hatte die SVE eine ähnliche Chance durch Kevin Koffi, doch die resultierte aus einem Zusammenprall zweier Balinger. TSG-Torhüter Marcel Binanzer hielt den Ball aus 16 Metern (44.).



Den viel zitierten Biss, die Gier und den Willen, das Spiel unbedingt zu gewinnen, hatten nur die Balinger. Der Aufsteiger ging von Beginn an extrem robust zu Werke und ließ das die Elversberger in so gut wie jeder Situation spüren. Bereits in der 9. Minute traf Daniel Seemann mit einem Freistoß aus 22 Metern nur das Lattenkreuz des SVE-Tores. In der 16. Minute verschätzte sich SVE-Kapitän und Innenverteidiger Leandro Grech nach einer Flanke aus dem Halbfeld. Der Ball flog Seemann genau vor die Füße, und bei seinem Flachschuss aus zehn Metern hatte SVE-Torhüter Frank Lehmann keine Chance – das 1:0 für die Balinger.

„Wir haben uns am Anfang den Schneid abkaufen lassen. Danach wurde es etwas besser“, sagte der neue SVE-Sportdirektor Ole Book, der auf der SVE-Bank Platz nahm. Taktisch und personell änderte Steffen kaum etwas in seinem ersten Spiel. Israel Suero rückte für Alban Meha in die Startformation. Der 24-jährige Spanier wurde in der 60. Minute für Meha ausgewechselt und trabte bei der Auswechselung vom Strafraum bis zur Mittellinie im Auslaufmodus – und das bei einem 0:1-Rückstand. Es war ein Sinnbild für die Elversberger „Gier“ am vergangenen Samstag.

In der 66. Minute schoss Nils Schuon einen Freistoß aus 25 Metern unter der SVE-Mauer hindurch zum 2:0 ins Tor. Danach hatten die Balinger noch einige gute Chancen, das Ergebnis noch in die Höhe zu schrauben. „Wir haben heute endlich mal wieder versucht, Fußball zu spielen. Aber wir haben zu viele Fehler gemacht, und vorne hat die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte SVE-Außenverteidiger Lukas Kohler nach der dritten Niederlage in Folge ohne eigenes Tor. Am kommenden Samstag kommt der FK Pirmasens ins Stadion an der Kaiserlinde.