SV Elversberg und Leandro Grech gehen getrennte Wege

Fußball : Zum Abschied will „Leo“ richtig Gas geben

Der Fußball-Regionalligist SV Elversberg und sein bereits 38-jähriger Kapitän Leandro Grech gehen nach der Saison getrennte Wege.

Zwei Mal stand Leandro Grech mit der SV Elversberg in der Relegation zur 3. Fußball-Liga, drei Mal im Finale des Saarlandpokals mit dem Titelgewinn 2018 als Höhepunkt. Insgesamt bestritt der Argentinier 125 Partien für die SVE. Nach dieser Saison ist Schluss. Der Verein teilte am Dienstag mit, dass der Vertrag des 38-jährigen Argentiniers nicht verlängert wird.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Leandro hat sehr viel für die SVE geleistet, und wir haben den größten Respekt vor ihm als Mensch und Fußballer“, sagt Ole Book, der Sportdirektor der SVE: „Aber wir wollen uns sportlich einfach neu orientieren. Wir wollen auf einigen Positionen noch besser werden. Im Fußball ist das nun mal so.“

Grech kann die Entscheidung des Vereins nachvollziehen. Enttäuscht ist der Kapitän der SVE dennoch. „Ich weiß, dass ich ein alter Spieler bin. Aber ich kann meine Leistung immer noch bringen. Das möchte ich auch in den restlichen Spielen der Saison zeigen“, sagt Grech.

Dass sich die Wege von Grech und der SVE trennen, wissen Trainer, Sportdirektor und Grech schon seit mehr als einer Woche. Sie wollten es vor dem Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken aber nicht veröffentlichen, um den Fokus der Mannschaft nicht zu beeinflussen. „Leo“, wie ihn seine Mitspieler rufen, hat aufgrund seiner Art und seines Engagements auch außerhalb des Platzes einen extrem hohen Stellenwert innerhalb der Mannschaft. Beim 4:3-Sieg der SVE gegen den FCS war der Innenverteidiger wieder einmal einer der stärksten, obwohl er wusste, dass sich die Wege trennen werden.„Wenn irgendwo eine Tür zu geht, geht woanders eine Tür auf. Ich vertraue auf Gott. Er wird mir den Weg zeigen“, sagt der gläubige Christ.

Auch als seine Karriere als Zweitligaspieler und Kapitän vor vier Jahren beim VfR Aalen zu Ende ging, vertraute er auf Gott. Er ging trotz sehr guten Angeboten aus der 3. Liga nach Elversberg. „Ich habe damals der SVE mein Wort gegeben. Ich habe Wort gehalten und habe es nicht bereut“, sagt Grech.

Vor einem Jahr gab es um die Zukunft des Argentinier auch viele Diskussionen und Überlegungen. Eine Möglichkeit wäre damals gewesen, eine andere Position im Verein zu übernehmen. Diese Möglichkeit gibt es aktuell nicht, alle Positionen sind besetzt. „Das tut auch sehr weh. Ich sehe die Entwicklung und die Strukturen bei der SVE. Das sieht man zum Beispiel an der Fertigstellung der neuen Parkplätze am Stadion und an der ganzen Organisation. Die werden ihren Weg gehen und in die 3. und 2. Liga kommen“, prophezeit der Kapitän.

Der Großteil seiner Freunde und Familie lebt in Argentinien. Die Rückkehr in sein Heimatland ist wahrscheinlich. „Wir werden nach der Saison noch ein paar Monate in Deutschland bleiben und sehen, was sich ergibt. Dann wird uns der Weg wohl nach Argentinien führen“, sagt Grech, der dem Fußball treu bleiben möchte: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren zu arbeiten. Die lernen am meisten. Es geht nicht nur um Fußball, sondern auch um wichtige Dinge im Leben – wie Gott.“ Alle restlichen Spiele mit der SVE genießen und noch einmal den Saarlandpokal gewinnen – das möchte der Argentinier vor seinem Abschied.

Neben Grech könnten sich auch Stürmer Julius Perstaller, Ersatztorhüter Dominik Draband und Defensivspieler Aldin Skenderovic aus Elversberg verabschieden. Alle drei Verträge laufen aus. Auch der von Außenverteidiger Lukas Kohler, doch da soll eine Vertragsverlängerung kurz bevorstehen.

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