SV Elversberg trennt sich von Trainer und Sportdirektor Seitz

SV Elversberg : Seitz muss seine Tasche packen

Fußball-Regionalligist SV Elversberg trennt sich von Trainer und Sportvorstand. Horst Steffen soll jetzt kommen.

Fußball-Regionalligist SV Elversberg hat die Reißleine gezogen und sich von seinem Trainer und Sportvorstand Roland Seitz getrennt. Das erfuhr die Saarbrücker Zeitung am späten Sonntagabend. Bereits nach der 0:2-Niederlage gegen den SV Waldhof Mannheim am vergangenen Samstag machte das Gerücht von der Trainerentlassung die Runde im Stadion an der Kaiserlinde. Der Vertrag von Seitz als Trainer und Sportvorstand läuft eigentlich noch bis zum Saisonende. Der 54-jährige Seitz hatte im März dieses Jahres das Traineramt interimsmäßig vom damals entlassenen Karsten Neitzel übernommen und wurde Mitte April zum Cheftrainer befördert. „Ich habe mich nicht darum gerissen. Es war ein Vorschlag des Präsidiums“, hatte Seitz damals gesagt. Nun ist seine Ära beendet.

Neuer Trainer in Elversberg soll nach SZ-Informationen Horst Steffen werden. Der 49-Jährige trainierte bis Januar diesen Jahres den Drittligisten Chemnitzer FC. Auch die Position des Sportdirektors soll bei der SVE neu besetzt werden. Heißester Kandidat für den Posten soll Nils Ole Book sein. Der 32-Jährige ist seit der vergangenen Saison der erste hauptamtliche Scout in der Geschichte der SV Elversberg.

Die SV Elversberg startet somit einen kompletten Neuaufbau und versucht so, dem drohenden Abstiegskampf zu entkommen. Die personellen Veränderungen waren eine logische Konsequenz der vergangenen Wochen, in denen die SVE Lichtjahre von einer Normalform entfernt war und zudem auch viele taktische Fehler passierten. In der abgelaufenen Saison leistete sich die SVE eine der schlechtesten Spielzeiten der letzten zehn Jahre und hatte am Ende acht Niederlagen auf dem Konto. Aktuell ist es erst Ende Oktober – und die SVE hat bereits sieben Niederlagen kassiert.

Der Tiefpunkt, der das Fass in Sachen Seitz zum Überlaufen gebracht hatte, war die 0:2-Schlappe gegen den SV Waldhof Mannheim. Vor 1376 Zuschauern an der Kaiserlinde hatte die SVE in 90 Minuten nicht den Hauch einer Chance gegen den Tabellenführer und hätte auch höher verlieren können. Mannheims Torhüter Markus Scholz war nach dem Spiel überrascht. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in einem Spitzenspiel mal so wenig zu tun hatte“, sagte Scholz.

Bei der SVE spielten Marco Kofler und Aldin Skenderovic erstmals in dieser Saison von Beginn an. Beide standen bislang in dieser Spielzeit noch gar nicht auf dem Platz. Beim 0:1 durch Timo Kern (24.) leistete sich Skenderovic einen groben Schnitzer und ließ Kern einfach laufen. Beim 0:2 durch Valmir Sulejmani (59.) spielten die Mannheimer die Elversberger mit vier Spielzügen aus und entschieden das Spiel. „Bei uns fehlt Selbstvertrauen. Es läuft einfach nichts mehr zusammen“, sagte Luca Dürholtz nach dem Spiel. Es war das letzte von Trainer Roland Seitz, der nach dem Spiel davon redete, dass auch Qualität in seinem Aufgebot fehle.

Nach dem Spiel beschimpften einige SVE-Fans Seitz erneut auf das Übelste und gebrauchten dabei wieder Kraftausdrücke unter der Gürtellinie. Eine Situation, die Seitz trotz des schlechten Abschneidens in dieser Saison nicht verdient hat. Mit ihm in der Hauptverantwortung zog die SVE fünf Mal in Folge ins Saarlandpokal-Finale ein, gewann zwei Mal und zog in den DFB-Pokal ein. In der Liga erreichte Seitz als Sportvorstand zwei Mal die Relegation zur 3. Liga und wurde dabei einmal Meister der Regionalliga.

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