SV Elversberg spielt 2:2 gegen VfR Aalen und Ex-Trainer Seitz

Fußball : Der heimliche Sieger heißt Seitz

Der Ex-Trainer knöpft der SV Elversberg mit dem VfR Aalen beim 2:2 einen Punkt ab.

(leh) Mit Sprüchen wie „Roland, du Zigeuner“ begrüßten die Fans der SV Elversberg am Mittwochabend den ehemaligen SVE-Trainer Roland Seitz, der mittlerweile Trainer des VfR Aalen ist. Die Fan-Gesänge der etwa 30 SVE-Fans prallten an Seitz aber ab. Denn der 54-Jährige war beim 2:2 zwischen dem VfR Aalen und der SV Elversberg so etwas wie der Mann des Tages. „Ich habe die Rufe der SVE-Fans nicht gehört. Es interessiert mich auch gar nicht, wenn ich ehrlich bin. Das sind zwei, drei junge Leute, die einen Kindergarten an Fans mit sich ziehen. Ich habe immer noch ein gutes Verhältnis zu fast allen Elversbergern“, sagte Seitz.

Einen Großteil des SVE-Aufgebots hatte Seitz vor etwas mehr als einem Jahr selber nach Elversberg geholt. „Ich kenne die Spieler, ich weiß, wie sie ticken und wo ihre Schwächen sind. Elversberg spielt nach vorne und rückt immer mit der Viererkette bis zur Mittellinie auf. Wir hatten in dieser Woche nichts anderes trainiert, als diese Taktik mit langen Bällen auszuhebeln“, erklärte der 54-Jährige.

So einfach, wie sich dieser Plan anhört, war er auch umzusetzen. Die SVE war vor 2589 Zuschauern in der Ostalb-Arena vor allem vor der Pause meilenweit von ihrer Bestform entfernt. Das Gegenpressing funktionierte nicht, Fehlpässe schlichen sich ein, und bei den besagten langen Bällen wurden die Elversberger überrannt. In der elften Minute landete ein langer Flugball bei Toni Vastic, der legte quer zu Dijon Ramaj, und der 21-Jährige schob die Kugel zum 1:0 ins Netz.In der Offensive fand die SVE vor der Pause nur einmal statt, aber direkt fiel der Ausgleich: Sinan Tekerci köpfte nach einer Flanke von Lukas Kohler das 1:1 (17.).

Doch der nächste lange Ball folgte nur wenig später, und die SVE-Defensive war trotz Überzahl erneut planlos. Der Ex-Elversberger Niko Dobros schoss den VfR wieder in Führung (30.). „Das war einfach nicht gut von uns in der ersten Halbzeit, von daher müssen wir mit dem Punkt leben“, sagte Kohler.

In der Halbzeitpause gab es von SVE-Trainer Horst Steffen eine deutliche Kabinenpredigt. Und plötzlich lief es. Die SVE bewegte sich besser, war aggressiv und schnürte die Aalener in der eigenen Hälfe ein. Nach einem Foul an Patryk Dragon im Strafraum verwandelte Manuel Feil den fälligen Elfmeter zum 2:2-Endstand (70.) In der Folge hatten beide Teams noch richtig gute Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Für Aalen brachte Vastic den Ball aus fünf Metern nicht im Tor unter (80.), und in der 82. Minute entschied der Schiedsrichter nach einem Aalener Tor auf Handspiel, was selbst die SVE-Spieler überraschte. Der für Del Angelo Williams eingewechselte Thomas Gösweiner hätte die SVE in der Schlussminute noch zum Sieg köpfen können, doch der Ball flog aus fünf Metern nur wenige Zentimeter über das Aalener Tor.

„Wir müssen jetzt einfach mit dem Punkt leben. Wir haben nach vier Spielen acht Punkte und sind noch ungeschlagen. Dass wir nicht durch die Liga fliegen werden, war mir bewusst“, sagte Steffen, der nach dem Spiel Roland Seitz zu der starken Leistung gratulierte. „Das Lob fühlt sich gut an. Wir haben heute gegen eine absolute Spitzenmannschaft einen Punkt geholt. Das war schon gut“, sagte Seitz.

Mehr von Saarbrücker Zeitung