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SV Elversberg setzt nicht nur im Topspiel bei Kaiserslautern II auf Mannström

Der kleine Finne Sebastian Mannström soll das Elversberger Spiel beleben. Foto: Wieck
Der kleine Finne Sebastian Mannström soll das Elversberger Spiel beleben. Foto: Wieck FOTO: Wieck
Elversberg. Die SV Elversberg spielt an diesem Samstag im Topspiel der Fußball-Regionalliga Südwest beim 1. FC Kaiserslautern II. Den Takt im Mittelfeld der SVE gibt seit der Winterpause Neuzugang Sebastian Mannström aus Finnland vor. Heiko Lehmann

Hohe und weite Bälle zur Überbrückung des Mittelfelds und so gut wie kein Kurzpassspiel auf einem holprigen Rasen - das Derby in der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken war nicht nach dem Geschmack von Sebastian Mannström. Der 1,69 Meter große neue Spielmacher der SV Elversberg kam in der Winterpause vom finnischen Spitzenclub HJK Helsinki und schnupperte im Derby das erste Mal deutsche Fußball-Luft.

"Sagen wir mal so: Die Verhältnisse waren sehr schwierig. Aber das soll keine Ausrede sein. Ich erwarte von mir wesentlich mehr", sagt Mannström, der mit einer Kopfballvorlage das entscheidende Tor zum 1:0 der SVE durch Mijo Tunjic vorbereitete. "Das war eine gute Aktion, aber nicht mehr. Ich muss viel mehr Aktionen haben, in denen ich entscheidende Pässe spielen kann", sagt der 26-Jährige.
Schon Europa League gespielt


Willi Kronhardt, der Trainer der SVE, weiß auch, dass sein neuer Spielmacher mehr kann. "Sebastian wird noch zeigen, was er drauf hat, da bin ich mir sicher", sagt Kronhardt. Vielleicht schon an diesem Samstag um 14 Uhr gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg. Das zweite Topspiel in Folge für die SVE. "Ich weiß, dass eine sehr gute, junge und hungrige Mannschaft warten wird. Aber ich bin hier, um der SVE zu helfen, in die 3. Liga aufzusteigen", sagt der Finne, der in seiner Heimat mit HJK Helsinki von Landestiteln bis Pokalsiegen alles erreicht hat. Sogar Europa League spielte Mannström.

"Ich konnte mich in Finnland einfach nicht mehr weiterentwickeln, also wollte ich unbedingt ins Ausland wechseln. Es ist vielleicht ein bisschen spät, aber noch nicht zu spät", erzählt der 26-Jährige. Doch warum in aller Welt spielt ein junger Bursche in Finnland überhaupt Fußball und nicht Eishockey oder übt sonst einen Wintersport aus? "Mein Vater war Profifußballer, und ich habe mich schon immer nur für Fußball interessiert. Von Eishockey bin ich nur Fan", sagt der SVE-Spielmacher, der grundsätzlich von einer positiven Entwicklung im finnischen Fußball spricht: "Es gibt viele, starke Talente. Das Problem in Finnland ist die Ausbildung zwischen zwölf und 18 Jahren, da haben wir Nachholbedarf, aber wir sind auf einem guten Weg."
Vertrag nur für 3. Liga

Mannström, der "von hoher Qualität" im Elversberger Team spricht, betritt im Saarland Neuland - auch was das Trainieren bei Kälte im Freien angeht. "In Finnland trainieren wir von Dezember bis März nur in der Halle, alles andere ist wegen dem Schnee gar nicht möglich. Aber jetzt wird es ja wärmer, und in den nächsten Wochen interessiert uns sowieso nur der Aufstieg", sagt Sebastian Mannström, der zwar in Elversberg einen Vertrag bis Juni 2016 hat, doch der gilt ab der kommenden Saison nur für die 3. Liga. In die Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern geht die SV Elversberg an diesem Samstag mit exakt dem gleichen Kader wie in der Vorwoche, das gab Kronhardt bekannt. Mannström ist also gesetzt.