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SV Elversberg nach sieben Spieltagen auf Abstiegsplatz

SV Elversberg in der Krise : Abstiegs- statt Aufstiegskampf

Die SV Elversberg verliert gegen Ulm trotz bester Chancen mit 0:1 und ist auch nach sieben Spielen im Tabellenkeller.

Im Fußball gibt es keine B-Note für eine besonders schöne Ausführung. Es ist und bleibt ein Ergebnissport. Die SV Elversberg hat am Samstag mit 0:1 gegen den SSV Ulm verloren. Es war die vierte Saisonniederlage bei zwei Unentschieden und einem Sieg. Der Fußball-Regionalligist liegt auf dem vorletzten Tabellenplatz – statt Aufstiegs- heißt es jetzt Abstiegskampf.

Nach der Heimpleite schrien die SVE-Fans erneut „Trainer raus“ und „Geh nach Hause Roland Seitz“. Präsident Dominik Holzer respektiert die Meinung der Anhänger und sagte. „Wir machen uns jeden Tag darüber Gedanken, wie es weitergehen soll. Auf der einen Seite kann man weder den Spielern, noch dem Trainer einen Vorwurf machen. Die Mannschaft funktioniert, aber es fehlen die Tore. Am Ende des Tages reden wir aber von einem Ergebnis­sport“, sagte Holzer. Heißt im Umkehrschluss: Die Luft für Seitz wird merklich dünner.

Gäbe es eine B-Note im Fußball, wäre die SVE in der Spitzengruppe der Tabelle. Vor 912 Zuschauern im Stadion an der Kaiserlinde war die SVE wieder einmal die klar bessere Mannschaft und vergab wieder größtmögliche Torchancen. Etwa Manuel Feil in der 55. Minute. Nach einem Schuss von Sinan Tekerci konnte Ulms Schlussmann Christian Ortag den Ball gerade noch abklatschen. Feil schoss aus zwei Metern völlig frei und unbedrängt den am Boden liegenden Ortag an. Feil weinte nach dem Spiel. „Irgendwann sind wir eben selber Schuld. Wir nutzen Woche für Woche unsere Chancen nicht. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen“, erklärte der 23-Jährige, der letzte Saison 14 Tore für den 1. FC Nürnberg II in der Regionalliga Bayern erzielt hatte.

Und es gab weitere Beispiele. Nach einem Freistoß von Alban Meha köpfte Mike Eglseder den Ball aus einem Meter an den Pfosten (31.). Meha hämmerte den Ball in der 56. Minute aus 16 Metern an den Pfosten. Hinzu kamen noch viele Szenen, in denen SVE-Spieler im Ulmer Strafraum den Ball nur knapp verfehlten oder Ortag stark hielt. „Ich kann dieses Schöngerede bald nicht mehr hören. So langsam nervt es. Wir bekommen jede Woche für ein starkes Spiel gratuliert, obwohl wir verloren haben“, sagte Innenverteidiger Eglseder.

Die Gäste aus Ulm hatten in den ersten zehn Minuten etwas mehr vom Spiel und in der Elversberger Drangphase nach der Pause immer wieder die Chance zum Kontern. In der 73. Minute lenkte SVE-Schlussmann Frank Lehmann einen 16-Meter-Schuss von Luigi Campagna mit einem starken Reflex über die Querlatte. In der 82. Minute kam es dann wie so oft im Fußball, wenn man seine Chancen vorne nicht nutzt. Die SVE-Defensive griff den Ulmer Vitalij Lux nicht konsequent genug an. Lux spielte einen starken Pass in den Strafraum auf Adrian Beck. Allerdings funktionierte das Zuspiel nur, weil SVE-Mittelfeldspieler Gaëtan Krebs Beck laufen ließ. Krebs spielte in der 82. Minute am eigenen Strafraum lieber auf Abseits, blieb stehen und hob die Hand. Beck bedankte sich, zog direkt ab und erzielte den 1:0-Siegtreffer.

„Ich wollte den Ball nur noch ins lange Eck schießen. Ich habe gar nicht darauf geachtet, wo der Torhüter steht. Alleine vor dem Tor sollte man sich generell nicht so viele Gedanken machen“, erklärte der 21-jährige Beck, wie einfach das Toreschießen manchmal ist.