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SV Elversberg kann die Topspiele einfach nicht gewinnen

Fußball-Regionalliga Südwest : SV Elversberg kann die Topspiele einfach nicht gewinnen

Der Fußball-Regionalligist kommt beim TSV Steinbach zu einem schmeichelhaften 1:1. Gegen Ulm und Offenbach hatte es Niederlagen gegeben.

Am Ende ist es dann doch wie immer. Die SV Elversberg bekommt von ihren Konkurrenten beste Vorlagen serviert, um endlich an die Tabellenspitze zu krabbeln und das Rennen mal von vorne gestalten zu können. Und wie so oft in der Vergangenheit kriegt es die SVE in den entscheidenden Momenten einfach nicht gebacken.

Gegen Kellerkind FC Gießen sprang zuletzt nur ein 1:1 heraus, und im Topspiel am Mittwoch beim TSV Steinbach hieß es am Ende wieder nur 1:1. Bei einem Sieg wäre die SVE Tabellenführer gewesen – und hatte letztlich mehr Glück als Verstand und einen überragenden Torhüter Frank Lehmann. „Wir hatten gegen Elversberg noch nie so viele Torchancen. Eigentlich nervt es, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben“, sagte Steinbachs Trainer Adrian Alipour, während Elversbergs Horst Steffen sagte: „Mit dem 1:1 können wir gut leben.“

Vor 985 Zuschauern im Sibre Sportzentrum Haarwiesen in Haiger hatte der TSV Steinbach schon in der Anfangs-Viertelstunde genug Torchancen, um das Spiel zu entscheiden. Doch entweder ging der Ball knapp am SVE-Tor vorbei, oder Lehmann hielt mit unglaublichen Paraden. Aus dem Nichts köpfte Laurin von Piechowski nach einem Eckball von Eros Dacaj das 1:0 für die Elversberger (19.). An dem Steinbacher Übergewicht änderte das aber nichts. Nur drei Minuten später glich Sasa Strujic ebenfalls nach einem Eckball zum 1:1 aus.

Bezeichnend für die Elversberger Ratlosigkeit in Topspielen war die 25. Minute. Nach einem viel zu strammen Rückpass vom eigenen Abwehrspieler reagierte Steinbachs Torhüter Eike Bansen clever und nahm den Ball mit der Hand. Ansonsten wäre die Kugel ins Tor geflogen. Die Konsequenz war allerdings ein indirekter Freistoß für die SVE acht Meter vor dem Tor.

Ähnlich wie bei der Kindersendung „Eins, Zwei oder Drei“ irrten die Elversberger plötzlich durch den Steinbacher Strafraum. „Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht“, heißt der Spruch in der Sendung. In Steinbach waren schon alle Lichter an, und der SVE ging keins auf. Die Steinbacher standen mit allen elf Spielern auf der eigenen Torlinie, und trotzdem sicherte die SVE mit drei Spielern die eigene Spielhälfte ab. Der Rest stand irgendwo im Steinbacher Strafraum. Es wäre erlaubt gewesen, dass sich zwei Elversberger vor den Torhüter stellen, um diesem die Sicht zu versperren. Man hätte auch einen Schuss antäuschen können und noch einmal querlegen auf einen dann besser positionierten Spieler. Zumindest einen gezielten Schuss unter die Querlatte sollte ein Regionalliga-Spieler draufhaben. Einen flachen Schuss durch 22 Beine zu kriegen bei einer Torbreite von 7,32 Metern, ist relativ unrealistisch. Genau das tat Eros Dacaj.

„Irgendwie wussten wir nicht, was wir machen sollten. Ich hätte den Ball zumindest hoch schießen müssen“, sagt Dacaj. Ihm allein einen Vorwurf zu machen, wäre aber zu viel. Nach wochenlangen Adduktorenproblemen spielte der 25-Jährige zum ersten Mal wieder von Beginn an, bereitete das Tor vor und hatte ordentliche Aktionen. Dennoch steht unter dem Strich, dass die SVE ein Topspiel wieder nicht gewinnen konnte. Gegen den SSV Ulm und gegen Kickers Offenbach wurde verloren, jetzt sprang nur ein Unentschieden heraus. Ein Topspiel hat die SVE noch in der Hinrunde – am 20. November beim FC Homburg.