SV Elversberg ist bereit für erneutes Spektakel im Pokalfinale gegen FCS

Fußball : Gut gelaunte SVE ist bereit für erneutes Spektakel

Elversberg fiebert dem Pokalfinale im eigenen Stadion entgegen. Topspieler Koffi und Dürholtz drohen auszufallen, Kapitän Grech vor Abschied.

Viel größer könnten die Unterschiede in der Vorbereitung auf das Spiel des Jahres nicht sein. Beim 1. FC Saarbrücken kritisiert Trainer Dirk Lottner die Einstellung bei einigen Spielern, und die sportliche Leitung möchte sich in dieser Woche überhaupt nicht zu offenen Fragen äußern. Bei der SV Elversberg dagegen ist gute Laune, wo man auch hinschaut. Die Spieler pushen sich in den letzten Trainingseinheiten dieser Saison gegenseitig zur Höchstleistung, und zur Pressekonferenz vor dem Endspiel des Saarlandpokals kommt neben Trainer Horst Steffen auch Sportdirektor Ole Book.

„Was beim 1. FC Saarbrücken los ist, interessiert mich eigentlich relativ wenig“, sagt Steffen vor dem Duell mit dem FCS an diesem Samstag (16.15 Uhr) im heimischen Stadion an der Kaiserlinde: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und uns so gut wie möglich auf das Spiel vorbereiten.“ Das Momentum der guten Laune, des Selbstvertrauens und der mit 39 Punkten stärksten Rückrunde der Regionalliga-Geschichte sieht der SVE-Trainer nicht unbedingt auf seiner Seite: „Saarbrücken hat in der Rückrunde 36 Punkte geholt. Die haben eine sehr starke Mannschaft und es wird wieder ein enges Spiel werden.“

Wie locker und entspannt die sportliche Leitung in Elversberg aktuell ist, merkt man bei den Fragen nach den Zu- und Abgängen für die neue Saison. Der 38-jährige Kapitän und absolute Führungsspieler Leandro Grech erhält keinen neuen Vertrag, seine SVE-Geschichte endet an diesem Samstag. Noch hat die SVE keinen Ersatz für Grech in der Innenverteidigung gefunden. Ähnlich war es vor zwei Jahren, als Grech ebenfalls gehen sollte, aber kurz vor Beginn der Sommervorbereitung zurückgeholt wurde. Ist so etwas jetzt wieder möglich?

„Es ist alles möglich“, sagt Horst Steffen mit Ironie und lacht. Sportdirektor Book stellt dann aber klar. „Die Entscheidung ist relativ endgültig. Wir werden noch einen Innenverteidiger holen. Wir sitzen ja nicht tatenlos rum“, sagt der 33-Jährige. Zudem braucht die SVE nach dem Abgang von Dominik Draband zu Kickers Offenbach noch einen Torhüter und zwei Stürmer.

Es deutet alles daraufhin, dass Kevin Koffi, der Toptorjäger der Regionalliga Südwest, zurück nach Belgien wechselt. Ob Koffi gegen den FCS spielen wird, ist ebenfalls offen. Der 32-Jährige hat eine Zerrung im Oberschenkel. Fällt er aus, wird wohl Julius Perstaller als Sturmspitze beginnen. Perstaller hatte vor zwei Jahren beide Spiele der SVE gegen den FCS mit seinen Toren direkt entschieden. „Keine Panik, das läuft schon“, sagt Perstaller mit lockerem, österreichischen Schmäh vor dem Abschlusstraining. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Mittelfeldspieler Luca Dürholtz, der nach einer Erkältung in dieser Woche nicht trainieren konnte. Innenverteidiger Mike Eglseder ist nach einer Wadenverletzung wieder dabei.

Vor sechs Wochen trafen die beiden Finalgegner in der Liga aufeinander, die SVE gewann in einem vogelwilden Spiel am Ende mit 4:3. Wird das Pokalspiel ein ähnliches Spektakel? „Wieso nicht? Es kommen viele Leute, und die wollen etwas geboten bekommen. Wir werden alles dafür tun, dass es ein gutes Spiel wird“, sagt Steffen, der in dieser Woche extra noch ein schnelles Spiel auf engem Raum trainieren ließ. Zwischen 6000 und 7000 Zuschauer werden am Samstag an der Kaiserlinde erwartet.

Für Grech wird es nach vier Jahren das letzte Spiel für die SVE sein – und ziemlich sicher auch das letzte in Europa. Der 38-Jährige möchte mit seiner Familie wieder zurück in seine Heimat Argentinien ziehen. „Natürlich wird der Abschied emotional, aber es ist nur ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Ich freue mich schon darauf, wieder mit meinen Freunden in Argentinien zu spielen. Genau wie früher – ohne Druck und einfach nur Fußball“, sagt der SVE-Kapitän.