SV Elversberg empfängt im Topspiel Astoria Walldorf

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Die SVE kalkuliert das Risiko mit ein

Der Fußball-Regionalligist stellt die stärkste Offensive der Liga. Dabei gerät die eigene Abwehr zu oft in Bedrängnis.

Die SV Elversberg hat in dieser Saison bereits 17 Gegentore kassiert – außergewöhnlich viele für ein Spitzenteam. Nach Standardsituationen und vor allem nach langen Bällen aus der gegnerischen Hälfte ist die SVE anfällig. Beim 4:2-Sieg am vergangenen Wochenende bei der TSG Balingen fielen beide Gegentore nach solchen langen Bällen über die Abwehr.

An diesem Samstag ist der Tabellensechste FC Astoria Walldorf zum Spitzenspiel an der Kaiserlinde zu Gast. Dabei bringen die Walldorfer mit André Becker (zehn Tore) den Topstürmer der Liga mit. Becker ist nach Standards brandgefährlich und ein Spezialist, wenn es um das Lauern auf lange Bälle geht. „Ich versuche, unsere Verteidiger so gut es geht zu unterstützen, und stehe meistens schon weit außerhalb des Strafraums. Noch weiter nach vorne kann ich nicht“, sagt Torhüter Frank Lehmann, der in Balingen einen Lupfer aus 30 Meter kassierte.

Bei den langen Bällen aus der gegnerischen Hälfte sieht es oft so aus, als hätten die SVE-Innenverteidiger ein falsches Stellungsspiel oder wären zu langsam. Trainer Horst Steffen argumentiert entschieden dagegen: „Wir verteidigen sehr hoch. Unsere Abwehrspieler schieben bis zur Mittellinie vor und bieten sich dort noch in den Räumen an, um anspielbar zu sein. Wenn wir dann in der Offensive den Ball verlieren und der Gegner schlägt den Ball nach vorne, kann es eng werden.“ Der 50-Jährige kennt das Problem und arbeitet mit seiner Abwehr an Lösungen. Er sagt aber auch. „Das ist ein Stück weit kalkuliertes Risiko. Wir spielen nun mal so offensiv, und da bleiben Befreiungsschläge der Gegner nicht aus.“

Also dürfte die gegnerische Taktik gegen die SV Elversberg vor jedem Spiel längst feststehen – lange Bälle und irgendwann geht einer rein. „Das können die Gegner gerne so machen. Wir bleiben bei unserer offensiven Spielweise. Wir haben in jedem Spiel doppelt so viele klare Torchancen wie unsere Gegner. Wir müssen sie nur besser nutzen“, sagt Steffen.

Die Argumentation des Fußballlehrers klingt plausibel. Beim 1:0-Sieg gegen den FSV Frankfurt vergab Thomas Gösweiner drei hundertprozentige Torchancen und traf dabei zwei Mal das Aluminium. In Balingen liefen Del Angelo Williams, Sinan Tekerci und zwei Mal Benno Mohr alleine auf den gegnerischen Torhüter zu und vergaben. „Wir haben die Spieler für dieses sehr offensive Spiel. Die Spielanteile und bis auf zwei Ausnahmen auch die Ergebnisse geben uns recht. Wir wollen attraktiv spielen. Ich gewinne lieber 4:2 als 2:0“, sagt Steffen.

Mit 33 geschossenen Toren hat die SVE, trotz einer Vielzahl an vergebenen Torchancen, die beste Offensive der Liga. Um die langen Bälle zu verhindern, fordert der Trainer in der Offensive noch mehr Druck auf Ball und Gegner. Im Sturm glänzte in der Vorwoche Del Angelo Williams mit einem Tor und einer Vorbereitung. Der 26-Jährige wird wohl auch gegen Walldorf an vorderster Front auflaufen und Thomas Gösweiner und Kai Merk auf die Bank verdrängen. In der Innenverteidigung wird es eine Änderung geben. Mike Eglseder fällt mit muskulären Problemen im Oberschenkel aus. Ob Oliver Oschkenat oder Robin Fellhauer den freien Platz in der Abwehr bekommen, ließ Steffen noch offen.

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